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	<title>Dauernörgler &#187; Sozialhilfe</title>
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	<description>Politik &#38; mehr</description>
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		<title>Thilo Sarrazin &#8211; Rassist oder Realist?</title>
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		<pubDate>Mon, 13 Sep 2010 15:26:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dauernörgler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Innenpolitik]]></category>
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		<description><![CDATA[Bemerkenswert bei der ewig dauernden Debatte um Thilo Sarrazin ist die Tatsache, dass nur ein verhältnismäßig kleiner Teil seines Buches kritisiert wird. In Kapitel 7 beschreibt er die Missstände der deutschen Integrationspolitik und versucht hierfür belastbare Belege ins Feld zu führen. Das mag ihm gelingen oder auch nicht, in jedem Fall aber behauptet er im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bemerkenswert bei der ewig dauernden Debatte um Thilo Sarrazin ist  die Tatsache, dass nur ein verhältnismäßig kleiner Teil seines Buches  kritisiert wird. In Kapitel 7 beschreibt er die Missstände der deutschen  Integrationspolitik und versucht hierfür belastbare Belege ins Feld zu  führen. Das mag ihm gelingen oder auch nicht, in jedem Fall aber  behauptet er im Wesentlichen von Muslimen (allen voran Türken) und  Afrikanern dasselbe, was er in vielen Kapiteln zuvor auch von Teilen der  deutschen Bevölkerung behauptet. Dabei stehen unbequeme Begriffe wie  mangelnde Intelligenz, Bildungsferne, Faulheit, Unterschicht oder  Frustration im Raum. So wie er von der deutschen Unterschicht behauptet,  dass sie die Keimzelle der allermeisten sozialen Probleme darstellt, so  behauptet er auch, dass der Großteil der beispielsweise türkischen  Migranten aus der dortigen Unterschicht stammt. Da das soziale Niveau  der Türkei nachweisbar weit unter dem von Deutschland liegt, finden die  eingewanderten Migranten hier eine &#8220;Mindestsicherung&#8221; an  Transferleistungen vor, von der sie in ihrem ursprünglichen Heimatland &#8211;  gerade auch angesichts ihrer Bildung und marktwirtschaftlichen Stellung  &#8211; nur träumen können. Diese Sozialleistung ohne Gegenleistung macht  Deutschland zu einem Schlaraffenland für Migranten der Unterschicht.</p>
<p>Anders ausgedrückt: Sarrazin verurteilt den Großteil türkischer  Migranten, aber nur einen kleinen Teil der Türken insgesamt. Wirklich  beachtlich ist aber, dass er genauso weite Teile der deutschen  Bevölkerung &#8211; der sogenannten Unterschicht &#8211; kritisiert. Hierüber  verliert aber kaum jemand ein Wort. Auch dort stellt er die These auf,  dass Dummheit vererbt werden kann. Auch hier stellt er fest, dass sich  die Unterschicht häufiger vermehrt als andere Bevölkerungsgruppen.  Diesen Aussagen mag man zustimmen oder nicht, aber man sollte sie  ausgewogen behandeln. Warum meldet sich beispielsweise keine  afrikanische Gemeinschaft zu Wort und verurteilt Sarrazins Aussagen?  Warum stellt sich niemand vor die unzähligen Hartz IV-Empfänger, die in  der überwiegenden Mehrheit von Sarrazin ins Visier genommen wurden? <span id="more-470"></span></p>
<p>Es scheint in der heutigen Welt opportun zu sein, Muslime mit  besonderer Vorsicht zu behandeln. Wenn ein verrückter Pastor irgendwo in  den USA einen Haufen Korane verbrennen will, erhebt sich die gesamte  muslimische Welt zu einer großen Protestbewegung.<sup class='footnote'><a href='#fn-470-1' id='fnref-470-1'>1</a></sup> <sup class='footnote'><a href='#fn-470-2' id='fnref-470-2'>2</a></sup>  Man fragt sich, wo eine solche Protestbewegung war, als in Pakistan  dänische und im Iran sogar deutsche Flaggen öffentlich verbrannt  wurden.<sup class='footnote'><a href='#fn-470-3' id='fnref-470-3'>3</a></sup> <sup class='footnote'><a href='#fn-470-4' id='fnref-470-4'>4</a></sup>  Damals waren die umstrittenen Mohammed-Karrikaturen der Auslöser, deren  Zeichner jüngst von der Bundeskanzlerin geehrt wurde.<sup class='footnote'><a href='#fn-470-5' id='fnref-470-5'>5</a></sup>  Diese Diskrepanz zeigt die verlogene Heuchelei von Frau Merkel in der  Debatte. Im Übrigen blieb es auf deutschen Straßen und in den  deutschsprachigen Medien verblüffend ruhig, als in Karachi eine wild  gewordene Menschenmenge vor die deutsche Botschaft zog und die  Bundeskanzlerin mit Plakaten wie &#8220;Merkel = Hitler&#8221; beleidigten.<sup class='footnote'><a href='#fn-470-6' id='fnref-470-6'>6</a></sup>  Und als sich einst ein Pakistaner in einem deutschen Gefängnis  erhängte, weil sein Mordanschlag auf den Chefredakteur der Zeitung &#8220;Die  Welt&#8221; wegen des Abdrucks der umstrittenen Mohammed-Karikaturen  fehlschlug, verbrannten seine Landsleute medienwirksam deutsche  Flaggen.<sup class='footnote'><a href='#fn-470-7' id='fnref-470-7'>7</a></sup></p>
<p>Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass mit zweierlei Maß  gemessen wird. Wenn man also Sarrazins Thesen kritisiert, dann sollte  man alle von ihm kritisierten Gruppen gleichermaßen in Schutz nehmen.  Dies findet wohl auch deshalb nicht statt, weil man keine aufgebrachten  Hartz IV-Empfänger deutsche Flaggen verbrennend durch die Fußgängerzonen  toben sieht.</p>
<p>Sarrazin ist also kein hetzender Islamophob, wie es oft versucht wird  zu suggerieren. Er legt nur den Finger in eine Wunde, die mit viel  Furcht in Verbindung steht. Anstatt sich mit dem Thema sachlich  auseinander zu setzen, wird es lieber abgetan und damit weit weg  geschoben. Und so geht das unter, was der Publizist Henryk M. Broder im  aktuellen Spiegel so treffend feststellt: &#8220;Der Islam ist ein  autoritäres, archaisches System, das sich der Mittel der Moderne  bedient, ohne deren Geist zu übernehmen. Er ist mit demokratischen  Werten und Strukturen nicht kompatibel: Gewaltenteilung, Trennung von  Staat und Kirche, Selbstbestimmung des Individuums, Glaubens- und  Meinungsfreiheit, Gleichberechtigung und freie Partnerwahl.&#8221;<sup class='footnote'><a href='#fn-470-8' id='fnref-470-8'>8</a></sup></p>
<div class='footnotes'>
<div class='footnotedivider'></div>
<ol>
<li id='fn-470-1'><a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,716774,00.html" target="_blank">Spiegel Online: &#8220;Krawalle vor Bundeswehrlager in Afghanistan&#8221;</a> <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-470-1'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-470-2'><a href="http://www.dw-world.de/dw/article/0,,5988408,00.html" target="_blank">Deutsche Welle: &#8220;Muslime protestieren gegen Koranverbrennung&#8221;</a> <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-470-2'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-470-3'><a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,535358,00.html" target="_blank">Spiegel Online: &#8220;Demonstranten in Pakistan verbrennen dänische Flagge&#8221;</a> <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-470-3'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-470-4'><a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,399318,00.html" target="_blank">Spiegel Online: &#8220;Iraner stecken deutsche Fahne in Brand&#8221;</a> <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-470-4'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-470-5'><a href="http://www.faz.net/s/Rub9B4326FE2669456BAC0CF17E0C7E9105/Doc%7EE6762D4CF046141829F1A9533368C843E%7EATpl%7EEcommon%7EScontent.html" target="_blank">FAZ.net: &#8220;Angela Merkels Risiko&#8221;</a> <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-470-5'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-470-6'><a href="http://www.focus.de/politik/ausland/merkel-hitler_aid_105015.html" target="_blank">FOCUS Online: &#8220;Neue Karikaturen-Demonstrationen&#8221;</a> <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-470-6'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-470-7'><a href="http://www.stern.de/politik/ausland/mohammed-karikaturen-pakistaner-verbrennen-deutsche-flaggen-560720.html" target="_blank">Stern.de: &#8220;Pakistaner verbrennen deutsche Flaggen&#8221;</a> <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-470-7'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-470-8'>Der  Spiegel Nr. 36/2010, Seite 162-163 <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-470-8'>&#8617;</a></span></li>
</ol>
</div>
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		<title>Hartz IV &#8211; Zwischen Märchen und Realität</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Feb 2010 10:21:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dauernörgler</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Seit Wochen haben Deutschlands Politiker kaum mehr ein anderes Thema. Angefangen hat es einst mit dem Streit um das Wörtchen &#8220;Unterschicht&#8221;. Man dürfe das so nicht äußern, weil man damit Menschen diskriminiere. In das gleiche Horn bläst das Bundesverfassungsgericht, das in seinem jüngsten Urteil feststellt, dass die derzeit gültigen &#8220;Hartz IV&#8221;-Gesetze, &#8220;die die Regelleistung für [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_204" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://www.dauernoergler.de/wp-content/uploads/2010/02/arbeitsagentur.jpg" rel="shadowbox[sbpost-201];player=img;" title="Bundesagentur für Arbeit"><img class="size-thumbnail wp-image-204  " title="Bundesagentur für Arbeit" src="http://www.dauernoergler.de/wp-content/uploads/2010/02/arbeitsagentur-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">© Matthias Balzer (Pixelio)</p></div>
<p>Seit Wochen haben Deutschlands Politiker kaum mehr ein anderes Thema. Angefangen hat es einst mit dem Streit um das Wörtchen &#8220;Unterschicht&#8221;. Man dürfe das so nicht äußern, weil man damit Menschen diskriminiere. In das gleiche Horn bläst das Bundesverfassungsgericht, das in seinem jüngsten Urteil feststellt, dass die derzeit gültigen &#8220;Hartz IV&#8221;-Gesetze, &#8220;die die Regelleistung für Erwachsene und Kinder betreffen, nicht den verfassungsrechtlichen Anspruch auf Gewährleistung eines menschenwürdigen Existenzminimums aus Art. 1 Abs. 1 GG in Verbindung mit Art. 20 Abs. 1 GG erfüllen.&#8221;<sup class='footnote'><a href='#fn-201-1' id='fnref-201-1'>1</a></sup> Vor diesem Hintergrund drängen sich Fragen auf: Werden nicht gerade die Arbeitnehmer dieses Landes dadurch diskriminiert, dass sie tagtäglich arbeiten gehen? Sind die Einkünfte eines durchschnittlichen Berufstätigen &#8220;menschenwürdig&#8221;?</p>
<p>Ehrliche Antworten erhält man nur, wenn man die Fakten gegenüberstellt. Gehen wir von einer alleinerziehenden Mutter aus Jena aus, die eine dreijährige Tochter und einen sechsjährigen Sohn zu versorgen hat. Sie wohnt in einer Dreizimmerwohnung mit rund 80 Quadratmetern Wohnfläche und bezahlt dafür eine Warmmiete von 755,20 Euro<sup class='footnote'><a href='#fn-201-2' id='fnref-201-2'>2</a></sup>. Damit liegt sie voll und ganz im regionalen Durchschnitt. Sie arbeitet 38 Stunden in der Woche als Erzieherin im Kindergarten des Nachbarorts und verdient damit 2.218,58 Euro brutto. Nach Anrechnung von Sozialabgaben, Steuer und Altersvorsorge bleiben ihr pro Monat 1.419,63 Euro netto<sup class='footnote'><a href='#fn-201-3' id='fnref-201-3'>3</a></sup>. Auch hier liegt sie voll und ganz im regionalen Durchschnitt. Würde die fleißige Dame nun ihren Job verlieren und letztlich von Hartz IV leben müssen, würde sie für sich und ihre Kinder einen Regelsatz von 954,94 Euro erhalten. Hinzu kämen für Kaltmiete und Heizkosten 719,90 Euro. Alles in allem hätte sie also Anspruch auf 1.674,84 Euro<sup class='footnote'><a href='#fn-201-4' id='fnref-201-4'>4</a></sup>. Überspitzt ausgedrückt: Für&#8217;s Nichtstun erhielte sie pro Monat 255,21 Euro mehr! In diesem Beispiel wurden weitere Dinge wie Fahrten zur Arbeit oder Berufskleidung etc. ausdrücklich nicht berücksichtigt, die die alleinerziehende Mutter aufgrund ihrer Tätigkeit weiter belasten würden. <span id="more-201"></span></p>
<p>Hat also Guido Westerwelle recht, wenn er sagt, dass sich Arbeit in Deutschland nicht mehr lohnt? Ist es gerecht, wenn das Bundesverfassungsgericht Hartz IV-Empfänger schützt, aber das offensichtlich noch schwerere Los eines Teils der arbeitenden Bevölkerung damit regelrecht mit Füßen tritt? Wirklich zynisch und schauerlich wird es, wenn man sich vor Augen führt, dass die arbeitende Erzieherin, die Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen versucht, mit ihren Abgaben und Steuern dazu beiträgt, eben jene Sozialleistungen zu finanzieren. Insofern ist die Diskussion, ob die Hartz IV-Regelsätze ausreichend sind oder nicht, komplett irreführend. Die eigentliche Frage ist: Was ist dieser Gesellschaft Arbeit wert und wieviel &#8220;Wohlfahrtsstaat&#8221; will und kann sie sich gönnen?</p>
<div class='footnotes'>
<div class='footnotedivider'></div>
<ol>
<li id='fn-201-1'><a href="http://www.bundesverfassungsgericht.de/pressemitteilungen/bvg10-005" target="_blank">Bundesverfassungsgericht.de: Pressemitteilung zum Hartz IV-Urteil</a> <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-201-1'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-201-2'><a href="http://www.focus.de/immobilien/mieten/miet-spiegel?region=Jena" target="_blank">FOCUS: Mietspiegel für Deutschland</a> <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-201-2'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-201-3'><a href="http://www.nettolohn.de/gehaltsvergleich/gehalt/erzieherin-erzieher-in-jena-2419.html" target="_blank">Nettolohn.de: Gehaltsrechner</a> <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-201-3'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-201-4'><a href="http://www.sozialhilfe24.de/hartz-iv-4-alg-ii-2/alg2-rechner.html" target="_blank">Sozialhilfe.de: Arbeitslosengeld II-Rechner</a> <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-201-4'>&#8617;</a></span></li>
</ol>
</div>
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