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	<title>Dauernörgler &#187; Guttenberg</title>
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	<description>Politik &#38; mehr</description>
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		<title>Guttenberg: Alles im Griff auf dem sinkenden Schiff</title>
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		<pubDate>Wed, 23 Feb 2011 11:13:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dauernörgler</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Am vergangenen Freitag klang der Noch-Verteidigungsminister zu Guttenberg regelrecht kampfeslustig und fest entschlossen. Er wollte seinen Doktortitel ablegen, aber nur bis die Universität Bayreuth die Dissertation in Augenschein genommen habe. Das klang sehr siegessicher, nahm er doch dem Gremium vorweg, dass der Titel auf keinen Fall aberkannt würde. Offenbar hatte er wohl die Flut der Empörung insgesamt unterschätzt, die ihm seither mehr denn je entgegenbrandet. Und so ruderte der &#8220;neue JFK&#8221;, wie er oftmals in guten Zeiten genannt wurde, am vergangenen Montagabend in Hessen eifrig zurück und gab mal eben so seinen Doktortitel ab.<sup class='footnote'><a href='#fn-633-1' id='fnref-633-1'>1</a></sup> Man muss sich das schon auf der Zunge zergehen lassen: Er gibt etwas auf, was ihm (laut eigenen Worten) zu Unrecht <em>verliehen</em> wurde. Adel hin, Beliebtheit her &#8211; so etwas grenzt an Größenwahn! Der Mann glaubt wirklich, er könne sein Diebesgut in die Tonne kloppen, sich den Mund abwischen und damit seien alle Vergehen dieser Welt erledigt.</p>
<p>Dass es anders auf keinen Fall gehen darf, bekunden auch wahre Horden an Guttenberg-Fans, die sich im Internet tummeln. Auf Facebook zählt die Gruppe &#8220;Gegen die Jagd auf Karl-Theodor zu Guttenberg&#8221; bereits weit über 230.000 Mitglieder.<sup class='footnote'><a href='#fn-633-2' id='fnref-633-2'>2</a></sup> Die Kommentatoren überschlagen sich und bitteln und betteln, man möge den Hoffnungsträger der deutschen Politik doch bitte in Ruhe lassen. Da liest man Bewegendes: Es ist von &#8220;unserem KT&#8221; die Rede und davon, dass diese ganze unsägliche Geschichte mit der Doktorarbeit von der Opposition in die Welt gesetzt wurde, weil ihnen &#8220;KT&#8221; und dessen Beliebtheit zu gefährlich werde. Sogar die Bibel wird bemüht: &#8220;Wer werfe den ersten Stein?&#8221; &#8230; gegen einen Mann, der doch so geradlinig und erfolgreich ist. Und allzu oft münden die schwurbeligen Argumentationsketten in der Erkenntnis: &#8220;Als hätten wir auf der Welt keine anderen Probleme!&#8221; Immerhin seien in Afghanistan erst jüngst wieder Soldaten ums Leben gekommen. Gegen diese Eupherie kommt man mit wirklichen Argumenten kaum an. Wer will bei einem so schneidigen Minister schon hören, dass er öffentlich Wasser predigt und heimlich Wein trinkt? Immerhin trug er Sätze wie &#8220;Verantwortung bedeutet vor allem Verpflichtung, Vertrauen und Gewissen&#8221; oder &#8220;Politik braucht klare Werte&#8221; wie ein Bauchladen vor sich her und nun ist offensichtlich, dass er es mit alledem selbst nicht so genau nimmt.<sup class='footnote'><a href='#fn-633-3' id='fnref-633-3'>3</a></sup> Wer möchte da hören, dass in der Bibel eben auch steht: &#8220;Du sollst kein falsches Zeignis geben wider deinen Nächsten.&#8221;<sup class='footnote'><a href='#fn-633-4' id='fnref-633-4'>4</a></sup>? Natürlich gibt es drängendere Probleme in der Welt. Natürlich begehen andere noch schlimmere Verbrechen. Bedeutet dies im Unkehrschluss nun aber, dass wir in Zukunft alle Diebe und Betrüger laufen lassen sollten, weil es eben auch Mörder gibt, deren Verbrechen sehr viel schlimmer sind? Im Übrigen scheint Karl-Theodor zu Guttenberg der Doktortitel sehr viel wichtiger als all seinen Mitstreitern zu sein, denn den jüngsten Vorwürfen zufolge führte er ihn schon zwei Jahre bevor er überhaupt dazu berechtigt war.<sup class='footnote'><a href='#fn-633-5' id='fnref-633-5'>5</a></sup> Da fragt man sich ernsthaft, wie geil ein Mensch auf einen Titel sein kann. Abgesehen davon ist es mehr als makaber, tote Soldaten als Argument &#8220;pro Guttenberg&#8221; ins Gefecht zu führen. Das mag zwar auf die Tränendrüse drücken, ändert aber nichts daran, dass es der Oberbefehlshaber der Bundeswehr mit der Ehrlichkeit nicht so genau nimmt.<br />
<span id="more-633"></span></p>
<p>Zum Glück gibt es noch klare Geister, die sich auch trauen an der Debatte teilzunehmen. Die Universität Bayreuth will trotz zu Guttenbergs Verzichts auf den Doktortitel die Korrektheit der Dissertation prüfen. Bundestagspräsident Norbert Lammert sieht gar Anzeichen für gleich zwei Verstöße bei besagter Doktorarbeit.<sup class='footnote'><a href='#fn-633-6' id='fnref-633-6'>6</a></sup> Der renommierte Juraprofessor der LMU München, Peter Landau, fordert indes zu Guttenbergs Rücktritt.<sup class='footnote'><a href='#fn-633-7' id='fnref-633-7'>7</a></sup> Diese Aussage ist insofern ein Meilenstein in der weiteren Entwicklung, weil nun neben Politik und Medien erstmals die Fachwelt hierzu Stellung nimmt. Der Beschuldigte selbst scheint langsam auch am Erfolg seiner Taktik zu zweifeln. So sagte zu Guttenberg seine Teilnahme am EU-Verteidigungsministertreffen kommenden Donnerstag kurzerhand ab.<sup class='footnote'><a href='#fn-633-8' id='fnref-633-8'>8</a></sup> Ein Vorzeichen? Wofür? In der für den heutigen Mittwoch einberufenen Aktuellen Stunde im Deutschen Bundestag will er zwar in der Sache Rede und Antwort stehen, aber natürlich nicht selbst sprechen. Er wird lediglich anwesend sein, überlässt aber lieber den parlamentarischen Staatssekretären das Wort. Ob er an der abschließenden Diskussion teilnehmen wird, ist noch nicht klar.<sup class='footnote'><a href='#fn-633-9' id='fnref-633-9'>9</a></sup> Bei derart kalten Füßen sei ein wärmendes Fußbad empfohlen.</p>
<p>Man fragt sich ernsthaft, warum die Wahrheiten zwischen Anhängern und Kritikern so weit auseinander driften. Kaum ein sachlich denkender Mensch wird noch Beweise für zu Guttenbergs Unschuld finden. Wer die angeblichen Plagiate selbst prüft, wird zugeben müssen, dass hier getreu dem Motto &#8220;Tarnen und Täuschen&#8221; kopiert wurde. Gerade jemand, der Ehrlichkeit und eine solide Wertebasis propagiert, untergräbt sich damit selbst und tritt seine politische Bedeutsamkeit mit viel Effet in den Rinnstein. Woher kommt also dieser Zuspruch für einen Politiker, dessen Glaubwürdigkeit mehr und mehr bröckelt? Diese Haltung kommt der Kapelle auf der Titanic gleich, die trotz aller noch so schlechter Aussichten ihren Kopf oben hielt und fröhlich weiter musizierte. &#8220;The show must go on&#8221; könnte man auch sagen. Zu Guttenberg war und ist gewissermaßen auch noch der große Hoffnungsträger der deutschen Politiklandschaft. Unheimlich viele Menschen sahen und sehen in ihm schon den baldigen Bundeskanzler, weil er doch so gutaussehend ist, so passable Umgangsformen besitzt, diesen Flair von Adel um sich trägt und er sich so eloquent und zielstrebig gibt. Dabei hat er weder als Wirtschafts- noch als Verteidigungsminister bisher messbare Erfolge vorzuweisen. In der Opel-Misere kündigte er an zurückzutreten, falls er seine Ziele nicht durchsetzen könne. Er scheiterte, blieb aber im Amt. Er sprach in Bezug auf den Afghanistaneinsatz der Bundeswehr auch nie offen von &#8220;Krieg&#8221;, wie es gerne angeführt wird. Er sagte, man könne bei der Realität in der Region umgangssprachlich schon von &#8220;Krieg&#8221; sprechen.<sup class='footnote'><a href='#fn-633-10' id='fnref-633-10'>10</a></sup> Das klingt wie: Man kann beim Betrachten des Horizonts umgangssprachlich sagen, die Erde sei eine Scheibe. Das Aussetzen der Wehrpflicht wird gerne als deren &#8220;Abschaffung&#8221;  gepriesen. In Wirklichkeit bleibt der Passus im Grundgesetz unverändert.  Und auch die restliche Bundeswehrreform ist noch ein zaghaftes  Pflänzchen, bei dessen Pflege und Wachstum zu Guttenberg hätte zeigen  können, was er wirklich drauf hat. Es scheint fast so, als sei die Affäre um seine Doktorarbeit die Antwort darauf: Der Sunnyboy aus Bayern scheint nicht sehr viel mehr zu sein, als eine strahlende, schön anzusehende Hülle, der es nicht nur an inhaltlicher Substanz, sondern vor allem auch an Rückgrat fehlt. Auch wenn es sehr vielen weh tut: Mehr haben wir von ihm wohl nicht (mehr) zu erwarten.</p>
<div class='footnotes'>
<div class='footnotedivider'></div>
<ol>
<li id='fn-633-1'><a href="http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/guttenberg-bleibt-der-imageschaden-auch/3870452.html" target="_blank">Handelsblatt: &#8220;Verzicht auf Doktortitel&#8221;</a> <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-633-1'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-633-2'><a href="http://www.facebook.com/home.php#!/ProGuttenberg" target="_blank">Facebook: &#8220;Gegen die Jagd auf Karl-Theodor zu Guttenberg&#8221;</a> <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-633-2'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-633-3'><a href="http://www.zeit.de/politik/deutschland/2011-02/guttenberg-wahrheit" target="_blank">Zeit Online: &#8220;Der Lügenbaron&#8221;</a> <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-633-3'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-633-4'>Bibelstelle: 2. Mose 20,16 <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-633-4'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-633-5'><a href="http://www.zeit.de/politik/deutschland/2011-02/guttenberg-dissertation-strafanzeige-bundestag" target="_blank">Die Zeit: &#8220;Guttenberg soll Titel zu früh geführt haben&#8221;</a> <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-633-5'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-633-6'><a href="http://www.n-tv.de/politik/Uni-Bayreuth-prueft-Fehlverhalten-article2672066.html" target="_blank">n-tv.de: &#8220;Universität prüft weiter Fehlverhalten&#8221;</a> <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-633-6'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-633-7'><a href="http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/0,1518,746809,00.html" target="_blank">Spiegel Online: &#8220;Attacke aus der Fachwelt&#8221;</a> <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-633-7'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-633-8'><a href="http://www.focus.de/politik/schlagzeilen/nid_65157.html" target="_blank">Focus Online: &#8220;Guttenberg sagt Teilnahme an EU-Verteidigungsministertreffen ab&#8221;</a> <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-633-8'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-633-9'><a href="http://www.dernewsticker.de/news.php?title=Plagiatsaff%E4re%3A+Guttenberg+wird+auf+Fragen+im+Bundestag+nicht+selbst+antworten&amp;id=205342&amp;i=kjpdla" target="_blank">derNewsticker.de: &#8220;Plagiatsaffäre: Guttenberg wird auf Fragen im Bundestag nicht selbst antworten&#8221;</a> <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-633-9'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-633-10'><a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,687235,00.html" target="_blank">Spiegel.de: &#8220;Guttenberg spricht von Krieg in Afghanistan&#8221;</a> <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-633-10'>&#8617;</a></span></li>
</ol>
</div>
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		<title>Guttenberg, der Lügenbaron?</title>
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		<pubDate>Mon, 21 Feb 2011 13:27:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dauernörgler</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Karl-Theodor zu Guttenberg. Dieser Name stand bis vor kurzem noch für einen neuen Politikstil, für Geradlinigkeit und damit für etwas, was im alltäglichen Politikbetrieb mehr und mehr verlorengangen ist: für Hoffnung. Herr zu Guttenberg legte die Latte über die er nun selbst springen muss beachtlich hoch. Von &#8220;Ehrlichkeit&#8221; sprach er gern und von &#8220;Offenheit&#8221;. Er [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Karl-Theodor zu Guttenberg. Dieser Name stand bis vor kurzem noch für einen neuen Politikstil, für Geradlinigkeit und damit für etwas, was im alltäglichen Politikbetrieb mehr und mehr verlorengangen ist: für Hoffnung. Herr zu Guttenberg legte die Latte über die er nun selbst springen muss beachtlich hoch. Von &#8220;Ehrlichkeit&#8221; sprach er gern und von &#8220;Offenheit&#8221;. Er propagierte seine Unabhängigkeit, die ihm erlaube, seine Meinung auch dann zu vertreten, wenn sie einmal unangenehm sei. Und er erklärte, Politik brauche ein stabiles Wertefundament, das man nicht aus den Augen verlieren dürfe.<sup class='footnote'><a href='#fn-595-1' id='fnref-595-1'>1</a></sup> Vor diesem Hintergrund sind die aktuellen Vorwürfe, zu Guttenberg habe bei seiner Doktorarbeit absatzweise aus anderen, früheren Werken anderer Autoren kopiert, umso delikater. Hat der werteorientierte, ehrliche Adelsmann betrogen? Hat er mehr noch die Adressaten seiner jüngsten Stellungnahme belogen und entgegen seiner Aussagen eben doch vorsätzlich die Werke anderer zu dem seinen gemacht?</p>
<p>Dass an zu Guttenbergs Dissertation etwas faul ist, beweisen gleich mehrere Gegenüberstellungen im Internet.<sup class='footnote'><a href='#fn-595-2' id='fnref-595-2'>2</a></sup> Selbst ein eher zurückhaltendes Blatt wie die &#8220;Frankfurter Allgemeine Zeitung&#8221; sieht den Plagiatsvorwurf inzwischen von unzähligen Beweisen bestätigt.<sup class='footnote'><a href='#fn-595-3' id='fnref-595-3'>3</a></sup> Hat Herr zu Guttenberg also bei der Setzung von Fußnoten geschludert? Sind ihm nur jede Menge Fehler unterlaufen, die er jetzt aufrichtig bedauert? Die Antwort ist eindeutig: Nein! Wer die gefundenen Plagiate näher betrachtet sieht, dass teilweise sogar Worte eingefügt oder der Satzbau minimal umgestellt wurde. Wer zitieren will, verändert für gewöhnlich den Originaltext ausdrücklich nicht. Hier wurde eindeutig versucht, bloßes Abschreiben zu verschleiern. Kein anderer Grund spräche für derartige, minimalistische Abänderungen. Und damit wird die Argumentationskette von zu Guttenberg gefährlich dünn &#8211; nein, damit ist sie eigentlich durchbrochen. Wenn nach aktuellem Stand bewiesenermaßen in 16.325 Zeilen stolze 3.521 Zeilen an Plagiaten verbaut und damit knapp 21,5% einer Doktorarbeit von woanders abgekupfert wurden, kann man getrost von einem vorsätzlichen Plagiat sprechen.<sup class='footnote'><a href='#fn-595-4' id='fnref-595-4'>4</a></sup> Im übrigen würde eine andere Erklärung auch gar nicht zum Erscheinungsbild des Noch-Verteidigungsministers passen. Niemand würde ihm eine gewisse Intelligenz absprechen. Kein Mensch seines Schlages kann so dusselig sein und bei weit mehr als der Hälfte eines Werkes die Fußnoten einfach vergessen!<span id="more-595"></span></p>
<p>Was bleibt also festzuhalten? Guttenberg scheint entweder gelogen oder aber die Unwahrheit gesagt zu haben. Entweder hat er vorsätzlich gestohlen und das Diebesgut als sein geistiges Eigentum verkauft oder er wußte nichts von der Urheberrechtsverletzung und hat folglich die Arbeit nicht selbst verfasst. Beides stellt eine Ungeheuerlichkeit dar. In beiden Fällen verstößt er maßgeblich gegen seine eigenen Werte, gegen das, was er über die letzten Monate hinweg gezielt an Image aufgebaut hat. Er ist eben nicht der Saubermann, der verlässliche Baron und der ehrliche Hoffnungsträger für den die meisten von uns ihn gehalten haben. Sollte sich all das so bestätigen, ist er ein Betrüger, ein Lügner, der ausschließlich ergebnisorientiert denkt und dem es um die Sache an sich gar nicht geht. In diesem Fall muss dann wohl auch seine Aussage, Politik müsse so gestaltet werden, dass sie nicht Eitelkeiten bedient,  nicht auf Wirkung in der Öffentlichkeit bedacht ist, sondern dass sie  Ergebnisse erzielt, uminterpretiert werden.<sup class='footnote'><a href='#fn-595-5' id='fnref-595-5'>5</a></sup> Herr zu Guttenberg hat nicht einfach &#8220;nur&#8221; ein wenig geschummelt, er hat auch nicht einfach &#8220;nur&#8221; eine wissenschaftliche Fakultät verarscht. Er hat Volk und Wähler mit einem Image getäuscht, das nichts mit seiner Person zu tun hat. Mit seiner Stellungnahme zu den Plagiatsvorwürfen hat er diese Ungeheuerlichkeit noch verschlimmbessert.<sup class='footnote'><a href='#fn-595-6' id='fnref-595-6'>6</a></sup> In jedem Falle ist seine Dissertation nämlich ein Plagiat!<sup class='footnote'><a href='#fn-595-7' id='fnref-595-7'>7</a></sup></p>
<p>Vor diesem Hintergrund kann es nur eine Lösung geben: Karl-Theodor zu Guttenberg muss die Konsequenzen ziehen und sofort von allen politischen Ämtern zurücktreten. Dies wäre im übrigen die einzige Möglichkeit den letzten Rest Glaubwürdigkeit zu bewahren. Ansonsten scheint sich die Sichtweise der &#8220;Neuen Zürcher Zeitung am Sonntag&#8221; zu bewahrheiten: &#8220;Politiker lernt man erst in einer Krise wirklich kennen.&#8221;<sup class='footnote'><a href='#fn-595-8' id='fnref-595-8'>8</a></sup></p>
<div class='footnotes'>
<div class='footnotedivider'></div>
<ol>
<li id='fn-595-1'><a href="http://csr-news.net/main/2010/10/26/zu-guttenberg-politik-braucht-wertefundament/" target="_blank">CSR-News.net: &#8220;Politik braucht Wertefundament&#8221;</a> <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-595-1'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-595-2'><a href="http://de.guttenplag.wikia.com/wiki/GuttenPlag_Wiki" target="_blank">GuttenPlag</a> <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-595-2'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-595-3'><a href="http://www.faz.net/s/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1/Doc~EC186BC876DFF4B39A2647E07E290F339~ATpl~Ecommon~SMed.html#9985D3FF31AE4E1A9E8A113601A9DDCC" target="_blank">FAZ: Gegenüberstellung von Scans der Doktorarbeit mit den kopierten Originalwerken</a> <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-595-3'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-595-4'><a href="http://de.guttenplag.wikia.com/wiki/Zwischenbericht" target="_blank">GuttenPlag: &#8220;Zwischenbericht vom 21. Februar 2011&#8243;</a> <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-595-4'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-595-5'><a href="http://www.weser-kurier.de/Artikel/Bremen/Vermischtes/96773/Guttenberg+ermahnt+die+Bundesregierung.html?id=97036" target="_blank">Weserkurier: &#8220;Rede beim Eiswett-Festmahl in Bremen am 16. Januar 2010&#8243;</a> <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-595-5'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-595-6'><a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/stellungnahme-von-guttenberg-kein-plagiat-die-erklaerung-im-wortlaut-1.1061952" target="_blank">Süddeutsche.de: &#8220;Stellungnahme von Guttenberg im Wortlaut&#8221;</a> <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-595-6'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-595-7'><a href="http://dejure.org/gesetze/UrhG/51.html" target="_blank">§ 51 UrhG: Zitate</a> <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-595-7'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-595-8'><a href="http://www.pnn.de/meinung/377102/" target="_blank">Neue Zürcher Zeitung vom Sonntag</a> <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-595-8'>&#8617;</a></span></li>
</ol>
</div>
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		<title>Das leidige Thema &#8220;Kundus&#8221;</title>
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		<pubDate>Sun, 20 Dec 2009 19:48:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dauernörgler</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wenn man Mitglieder der neuen Bundesregierung fragt, welches Thema sie am liebsten aus der Welt hätten, erhält man sicher einhellig die Antwort: „Luftangriff in Afghanistan“. Schon im Wahlkampf war dieser eine unangenehme Geschichte und zieht sich nun ins neue Jahr hinein wie ein zäher, klebriger Kaugummi. Dabei bekannte sich die sonst sehr schweigsame Kanzlerin Angela [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn man Mitglieder der neuen Bundesregierung fragt, welches Thema sie am liebsten aus der Welt hätten, erhält man sicher einhellig die Antwort: „Luftangriff in Afghanistan“. Schon im Wahlkampf war dieser eine unangenehme Geschichte und zieht sich nun ins neue Jahr hinein wie ein zäher, klebriger Kaugummi. Dabei bekannte sich die sonst sehr schweigsame Kanzlerin Angela Merkel im vergangenen Herbst recht vollmundig als Unterstützerin ihres damaligen Verteidigungsministers Franz-Josef Jung. Sie stärkte ihm fortwährend den Rücken und verlangte erst dann eine „lückenlose Aufklärung“, als ihr der politische Wind immer kälter ins Gesicht blies. Freilich vergaß sie nicht, im gleichen Atemzug alle Kritiker dieses Militäreinsatzes zu rügen. Das ist schon dreist von der Kanzlerin, die ansonsten Regierungserklärungen scheut, wie der Teufel das Weihwasser. Sogar die ausländischen Politiker und Medien stellte sie gepflegt in den Senkel und verbat sich jedwede Kritik.<sup class='footnote'><a href='#fn-160-1' id='fnref-160-1'>1</a></sup> Meinungsfreiheit hin, Pressefreiheit her, über 135 Tote und 27 Verletzte hat man gefälligst hinweg zu sehen, wenn Frau Dr. Merkel das wünscht. Kurz bevor der inzwischen zum Arbeitsminister mutierte Jung zurücktrat, stärkte Merkel ihm sicherheitshalber noch einmal den Rücken: Das Vertrauen zu ihm bestünde unverändert, ließ sie durch ihren Regierungssprecher ausrichten.<sup class='footnote'><a href='#fn-160-2' id='fnref-160-2'>2</a></sup> Leider half das alles nichts und der getreue Minister räumte seinen Stuhl, wohl wissend, dass er damit auch weiteren Schaden von seiner Chefin abhielt. <span id="more-160"></span></p>
<p>Seither ist es nun eher ruhig geworden. Nicht etwa um das Thema an sich, sondern auf Seiten von Frau Merkel. Seit der strahlende Politstar Karl Theodor zu Guttenberg das Amt des Verteidigungsministers innehat, hört man von der Regierungschefin nichts mehr. Warum sollte sie jemanden stärken, der ihr vielleicht irgendwann einmal den Rang ablaufen könnte? Stattdessen lehnt sie sich im ledernen Sessel zurück und beobachtet genüsslich die Tiraden ihres neuen Verteidigungsministers, der sich zugegeben manchmal regelrecht um Kopf und Kragen redet. Natürlich wäre eine politische Stellungnahme von ihr zu viel verlangt. Immerhin hat sich Merkel in der Vergangenheit nie wirklich zu politischen Themen verlässlich geäußert. Warum also sollte sie mit dieser Tradition brechen? Die massive Forderung nach einer Regierungserklärung hat Merkel daher bis heute „einfach überhört“. Kurioserweise scheint Guttenberg trotz aller Kritik seitens der Opposition, die bis hin zu Rücktrittsforderungen geht, gestärkt aus der Sache hervorzugehen. Zumindest trifft das für die Beliebtheit beim Volke zu. Mehr als die Hälfte aller Deutschen könnte sich den Mann als Bundeskanzler vorstellen. Das ist in Krisenzeiten wie diesen mehr als erstaunlich.</p>
<p>Bei all dem politischen Schneckentanz wird nur leider eines mehr und mehr vergessen. Dabei wäre es so wichtig, darüber zu sprechen. Eigentlich – und das muss klar und unmissverständlich verdeutlicht werden – wäre es Aufgabe einer Regierungschefin, die „richtigen“ Fragen zu stellen, geschweige denn zu diese zu beantworten. Welche Ziele müssen in Afghanistan fortan wie verfolgt werden? Ist es in einem solchen Land, in dem zweifellos kriegerische Zustände herrschen, überhaupt möglich Opfer – ganz gleich welcher Couleur – zu vermeiden? Befinden sich die deutschen Truppen in Wirklichkeit nicht längst im Krieg? Ist es überhaupt noch zu vermeiden, dass sich die Bundeswehr stets aus aktiven Angriffen gegen Aufständische heraushält? Diese Fragen bleiben ungestellt. Der Einzige, der wirklich etwas bewegen will, ist Guttenberg, aber er muss sich stattdessen rechtfertigen und verteidigen für etwas, was er gar nicht zu verantworten hat. Die Einzige, die noch im Amt ist und die stets dem eigentlich Verantwortlichen „den Rücken stärkte“ ist Frau Merkel. Es ist schon sehr ruhig zurzeit … und das liegt nicht nur am bevorstehenden Weihnachtsfest.</p>
<div class='footnotes'>
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<li id='fn-160-1'><a href="http://www.focus.de/politik/deutschland/merkel-zu-afghanistan-aufklaerung-versprochen-kritik-geruegt_aid_433734.html" target="_blank">FOCUS Online: &#8220;Aufklärung versprochen, Kritik gerügt&#8221;</a> <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-160-1'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-160-2'><a href="http://www.tagesspiegel.de/politik/deutschland/Franz-Josef-Jung-Kundus-Guttenberg-Bundeswehr;art122,2961055" target="_blank">Der Tagesspiegel: &#8220;Merkel vertraut Jung &#8216;unverändert&#8217;&#8221;</a> <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-160-2'>&#8617;</a></span></li>
</ol>
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