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	<title>Dauernörgler &#187; Bundespräsident</title>
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		<title>Der schizophrene Bundespräsident</title>
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		<pubDate>Wed, 24 Aug 2011 11:13:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dauernörgler</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Lindau am Bodensee sollte die Bühne, niemand geringerer als Wirtschafts-Nobelpreisträger das Publikum werden. Christian Wulff, der Bundespräsident von Merkels Gnaden, hatte seinen Auftritt gewissenhaft einstudiert. Als Kämpfer für den kleinen Mann wollte er sich präsentieren, als derjenige, der Unangenehmes offen ausspricht. „Die Versündigung an der jungen Generation muss ein Ende haben.“ steht in seiner vorab veröffentlichten Rede und damit spricht er von der allumfassenden Schuldenkrise, die vor allem einen europäischen Staat nach dem anderen beutelt. Immer neue Schulden zu machen könne auf Dauer nicht gut gehen. Er verstehe die Empörung vieler Menschen in der Schuldenkrise und übte scharfe Kritik an der Politik vieler Länder in der globalen Krise. Immer noch sei der Bankensektor labil, die Staatsschulden seien auf Rekordniveau und die fundamentalen Probleme für Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit so präsent wie zuvor. Vor allem müssten die Lasten der Krise nun fair verteilt werden. Man sieht das jubelnde Volk förmlich vor sich, wie es begeistert und voller Hoffnung das geliebte Staatsoberhaupt über den Bodensee trägt.<sup class='footnote'><a href='#fn-704-1' id='fnref-704-1'>1</a></sup></p>
<p>Tatsächlich aber muss sich Herr Wulff aber die Frage gefallen lassen, für wie dumm er die Deutschen eigentlich hält. Vielleicht mag er mit diesem plumpen Trick bei einem Großteil der Bevölkerung durchkommen, was hauptsächlich der Tatsache geschuldet ist, dass das gemeintschaftliche Gedächtnis schnell vergisst. Umso wichtiger ist es, diesen Bundespräsidenten als das zu enttarnen, was er wirklich ist: Mit Verlaub &#8211; ein Heuchler!</p>
<p>Christian Wulff war Ministerpräsident in Niedersachsen, als er mit einer beispiellosen Rekordverschuldung in die Schlagzeilen geriet. Die Nettoneuverschuldung in den Jahren 2009 und 2010 wurde damals in unverantwortbarer Weise auf 4,6 Milliarden Euro ausgedehnt, obgleich die Steuereinnahmen konjunkturbedingt in den beiden Jahren lediglich um 3,7 Milliarden Euro hinter den Erwartungen zurückbleiben. Bis einschließlich 2016 wurden satte 10,8 Milliarden Euro an zusätzlichen Schulden eingeplant. Von Tilgung der einst in der Konjunkturkrise aufgenommenen neuen Schulden war überhaupt nicht die Rede.<sup class='footnote'><a href='#fn-704-2' id='fnref-704-2'>2</a></sup></p>
<p>Jener Schuldenkönig von einst, der die Lasten auf die Schultern derer lud, die er heute mit seinem weichgespülten Floskeln einzulullen versucht, ist kein Bundespräsident, dem Respekt gebührt. Man muss ihn entweder bemitleiden, weil er offensichtlich schizophrene Neigungen hat, oder aber man muss ihn aus dem Amt jagen, weil er die Bevölkerung ziemlich dreist aufs Kreuz zu legen versucht.</p>
<div class='footnotes'>
<div class='footnotedivider'></div>
<ol>
<li id='fn-704-1'><a href="http://www.sueddeutsche.de/geld/bundespraesident-kritisiert-politik-und-ezb-wulff-rechnet-mit-euro-rettern-ab-1.1134309" target="_blank">Süddeutsche Zeitung: &#8220;Wulff rechnet mit Euro-Rettern ab&#8221;</a> <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-704-1'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-704-2'><a href="http://www.steuerzahler-niedersachsen-bremen.de/Niedersaechsisches-Schuldenkarussell-gewinnt-mit-Wulff-und-Moellring-an-Fahrt/10605c12653i1p250/index.html" target="_blank">Bund der Steuerzahler Niedersachsen: &#8220;Niedersächsisches Schuldenkarussell gewinnt mit Wulff und Möllring an Fahrt&#8221;</a> <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-704-2'>&#8617;</a></span></li>
</ol>
</div>
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		<title>Präsidentenwahlkampf reloaded</title>
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		<pubDate>Sun, 03 Oct 2010 17:25:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dauernörgler</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Heute war es endlich soweit: Die mit großer Spannung erwartete, erste große Rede des (noch) neuen Bundespräsidenten Wulff stand an. In Bremen wurde das Jubiläum der deutschen Wiedervereinigung gefeiert und Christian Wulff durfte sprechen. Was und wie er es sagen würde, war nicht nur deshalb brisant, weil er sich in der Affäre um Thilo Sarrazin [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute war es endlich soweit: Die mit großer Spannung erwartete, erste große Rede des (noch) neuen Bundespräsidenten Wulff stand an. In Bremen wurde das Jubiläum der deutschen Wiedervereinigung gefeiert und Christian Wulff durfte sprechen. Was und wie er es sagen würde, war nicht nur deshalb brisant, weil er sich in der Affäre um Thilo Sarrazin und dessen umstrittenem Buch &#8220;Deutschland schafft sich ab&#8221; nicht gerade klug verhalten hat, sondern auch, weil tags zuvor sein einstiger Konkurrent im Buhlen um das höchste Amt im Staate, Joachim Gauck, eine ähnliche Rede zur Wiedervereinigung hielt. Während Gauck vieles von dem aufgriff, was das Volk in den letzten Wochen zum Thema &#8220;Migration &amp; Integration&#8221; empfand, versumpfte Wulff (wieder einmal) im reingewaschenen Politikerdeutsch, einer Sprache, in der man viel von sich gibt, aber wenig sagt. Mit prägnanten Sätzen wie &#8220;Deutsche können Freiheit&#8221; demonstrierte Gauck, dass Deutschland kein engstirniges, müdes Stückchen Welt ist. Vor allem aber arbeitete er heraus, dass es an der Zeit ist, dass auch von &#8220;den Schwachen&#8221; mehr erwartet werden müsse. Die &#8220;Abgehängten in unserer Gesellschaft&#8221; müssten die Eigenverantwortung wieder erlangen. Das bedeute auch &#8220;in den Problemzonen der Abgehängten Forderungen zu stellen&#8221;. Schließlich stellte er fest: &#8220;Nichts lässt Menschen mehr verkümmern als Verweigern von Verantwortung, als Verantwortungslosigkeit&#8221;. Er forderte den Staat dazu auf, eingewanderten Familien deutlich mehr abzuverlangen, wenn diese auch nach Jahren noch immer nicht richtig deutsch sprächen. Der deutsche Staat dürfe sich nicht selbst zur Disposition stellen, indem er seine eigenen Werte nicht ernst nehme. Vor diesem Hintergrund kommt er zu dem Schluss, es gäbe &#8220;Tendenzen der selbst gewählten Ohnmacht in Teilen der Bevölkerung&#8221;.<sup class='footnote'><a href='#fn-556-1' id='fnref-556-1'>1</a></sup> Wie immer wenn Gauck über die Deutschen spricht, hat man das Gefühl er schält die Emotionen der Bürger heraus und stellt sie auf das Rednerpult. Treffender kann man die aktuelle Stimmungslage nicht beschreiben und umso &#8220;richtiger&#8221; hörten sich seine Worte an.</p>
<p>Bundespräsident Wulff hingegen kommt mit Plattitüden daher wie: &#8220;Wir sind ein Volk&#8221; oder Deutschland sei &#8220;zusammengewachsen und zusammen gewachsen&#8221;. Unser Land sei in Sachen Integration von Migranten schon viel weiter als es erscheine und natürlich sei es unumgänglich, dass Eingewanderte deutsch sprechen können müssten. Zwar sprach er auch von Problemen und Rissen zwischen Arm und Reich, so richtig haften bleibt davon aber nichts.<sup class='footnote'><a href='#fn-556-2' id='fnref-556-2'>2</a></sup> Das liegt vor allem daran, dass er ausschließlich Dinge an- und ausspricht, die man so (oder so ähnlich) schon hundertfach woanders gehört hat. Und genau da ist Wulffs Problem als Bundespräsident: Er weicht Bekanntes auf, er plappert Parteisprache nach und hat wenig bis keine eigenen, wirklich neuen Ideen. Joachim Gauck hingegen lenkt die Gedanken des Volkes in neue Richtungen, wirft neue Fragen auf, beobachtet genau und spricht vor allem den Menschen aus dem Herzen. Das feuert die politische Debatte auch im Volke neu an und wirft neue Argumente und Gegenargumente auf. Somit sind diese Art von Reden gelebte Demokratie! Gaucks beeindruckende Rhetorik ist gespickt von Eigenschaften, die im Amt des Bundespräsidenten von immanenter Bedeutung sind &#8211; gerade weil die schärfste Waffe des deutschen Staatsoberhauptes eben &#8220;nur&#8221; die (An-)Sprache ist. Insofern beweist dieses Duell der ehemaligen Präsidentschaftskandidaten, das nie eines werden sollte, eines: Es beweist sich bei jeder Gelegenheit aufs Neue, dass der &#8220;Falsche&#8221; den Job bekommen hat. Schade!</p>
<div class='footnotes'>
<div class='footnotedivider'></div>
<ol>
<li id='fn-556-1'><a href="http://www.dnn-online.de/nachrichten/topthema/gauck-von-den-schwachen-mehr-erwarten/r-topthema-a-11484.html" target="_blank">DNN online: &#8220;Gauck: Von den Schwachen mehr erwarten&#8221;</a> <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-556-1'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-556-2'><a href="http://www.focus.de/politik/deutschland/20-jahre-wende/tid-20047/festakt-in-bremen-von-lebensluegen-und-einer-vision_aid_558516.html" target="_blank">FOCUS online: &#8220;Von Lebenslügen und einer Vision&#8221;</a> <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-556-2'>&#8617;</a></span></li>
</ol>
</div>
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		<title>Sarrazins Rauswurf: Ein abgekartetes Spiel</title>
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		<pubDate>Tue, 14 Sep 2010 15:12:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dauernörgler</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der eigentliche Skandal in der Sarrazin-Affäre ist zweifelsohne die Reaktion der politisch Verantwortlichen unseres Landes. Frau Merkels weiter oben schon erwähnte Buchkritik ließ schon erahnen, wie „man“ gedenkt mit dem unbequemen Zeitgenossen umzugehen. Ihr Parteisoldat im Amt des Staatsoberhauptes blies prompt ins selbe Horn: „Ich glaube, dass jetzt der Vorstand der Deutschen Bundesbank schon einiges [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der eigentliche Skandal in der Sarrazin-Affäre ist zweifelsohne  die Reaktion der politisch Verantwortlichen unseres Landes. Frau Merkels  weiter oben schon erwähnte Buchkritik ließ schon erahnen, wie „man“  gedenkt mit dem unbequemen Zeitgenossen umzugehen. Ihr Parteisoldat im  Amt des Staatsoberhauptes blies prompt ins selbe Horn: „Ich glaube, dass  jetzt der Vorstand der Deutschen Bundesbank schon einiges tun kann,  damit die Diskussion Deutschland nicht schadet – vor allem auch  international&#8221;, sagte Wulff schließlich dem Nachrichtensender „N24“.<sup class='footnote'><a href='#fn-472-1' id='fnref-472-1'>1</a></sup>  Dies ist insofern ein ungeheuerlicher Vorgang, weil der Bundespräsident  über den Abberufungsantrag eines Bundesbankmitglieds von Gesetzes wegen  zu entscheiden hat. Wulff hat also einen Antrag empfohlen, den er  selbst dann absegnen muss. Prompt bat der Bundesbankvorstand um  Sarrazins Entlassung. Dass dieses Vorgehen heikel war, zeigt Wulffs  Reaktion darauf: Er legte die Sache der Bundesregierung (sprich: Frau  Merkel) vor und bat scheinheilig um Stellungnahme – ganz so als habe er  in der Sache nie irgendeine argumentative Richtung eingeschlagen. Getreu  dem Motto: „Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern?“ war er  urplötzlich unvoreingenommen… oder doch eher verunsichert und schob  wohlweislich die Verantwortung weiter. Wenn er schon Kritik ernten muss,  dann wenigstens nur zum Teil – das dürfte sein Hauptbeweggrund gewesen  sein.</p>
<p>Inzwischen hat Thilo Sarrazin aus eigener Initiative den Rückzug angetreten.<sup class='footnote'><a href='#fn-472-2' id='fnref-472-2'>2</a></sup>  Man konnte die zentnerschweren Steine von Merkel und Wulff förmlich auf  den Boden plumpsen hören. Unwillkürlich stellte sich der  Bruttonormalverbraucher die Frage, wie es zu diesem plötzlichen  Sinneswandel seitens Sarrazin kommen konnte. Weil das Beraterteam des  Bundespräsidenten vermutlich erkannt hat, wie einfach ein Rauswurf des  unbequemen Bankers von den Arbeitsgerichten wieder kassiert werden  könnte, bediente man sich kurzerhand anderen Mitteln.<sup class='footnote'><a href='#fn-472-3' id='fnref-472-3'>3</a></sup>  Im neudeutschen „Behind“ hat man verhandelt und diskutiert – und aller  Vermutung nach, hat man dem vermeintlichen Volksverhetzer einen  finanziellen Leckerbissen zum Fraß vorgeworfen.<sup class='footnote'><a href='#fn-472-4' id='fnref-472-4'>4</a></sup> Der hat in der Tat angebissen und schließlich im Gegenzug seinen selbst gewählten Abgang in die Wege geleitet.</p>
<p>Diese Groteske zeigt, wie weit es in Deutschland mit der oft bemühten  Meinungsfreiheit her ist. Delikat sind in diesem Zusammenhang vor allem  die unzähligen Umfrageergebnisse, bei denen sich nahezu durchweg eine  deutliche Mehrheit für Sarrazins Haltung abzeichnet.<sup class='footnote'><a href='#fn-472-5' id='fnref-472-5'>5</a></sup> <sup class='footnote'><a href='#fn-472-6' id='fnref-472-6'>6</a></sup> <sup class='footnote'><a href='#fn-472-7' id='fnref-472-7'>7</a></sup>  Es sei die Frage erlaubt, ob man eine politische Kultur noch  demokratisch und freiheitlich nennen kann, die es seit Jahren nicht  schafft einen braunen Sumpf namens NPD zu verbieten, den Äußerer  unbequemer Thesen aber so durch die Hintertür abzusägen. In der Tat:  Deutschland schafft sich ab.</p>
<div class='footnotes'>
<div class='footnotedivider'></div>
<ol>
<li id='fn-472-1'> <a href="http://de.reuters.com/article/domesticNews/idDEBEE68101V20100902" target="_blank">Reuters Deutschland: &#8220;Wulff legt Bundesbank indirekt Trennung von Sarrazin nahe&#8221;</a> <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-472-1'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-472-2'><a href="http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/1037559" target="_blank">Süddeutsche Zeitung: &#8220;Sarrazin verlässt Bundesbank&#8221;</a> <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-472-2'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-472-3'><a href="http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/1037196" target="_blank">Süddeutsche Zeitung: &#8220;Rechtliche Zweifel an Sarrazin-Rauswurf aus Bundesbank&#8221;</a> <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-472-3'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-472-4'><a href="http://www.faz.net/s/Rub9B4326FE2669456BAC0CF17E0C7E9105/Doc%7EEA3240DB2915F49969DD25AC40F799642%7EATpl%7EEcommon%7EScontent.html" target="_blank">FAZ.net: &#8220;Fall Sarrazin: Wulff regiert in die Bundesbank&#8221;</a> <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-472-4'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-472-5'><a href="http://www.stern.de/wirtschaft/news/unternehmen/umstrittener-bundesbanker-umfrage-mehrheit-stimmt-sarrazin-zu-1513946.html" target="_blank">Stern.de: &#8220;Umfrage-Mehrheit stimmt Sarrazin zu&#8221;</a> <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-472-5'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-472-6'><a href="http://www.ftd.de/politik/deutschland/:umstrittener-bundesbanker-sarrazins-popularitaet-zwingt-merkel-in-auslaenderdebatte/50165523.html" target="_blank">Financial Times Deutschland: &#8220;Sarrazins Popularität zwingt Merkel in Ausländerdebatte&#8221;</a> <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-472-6'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-472-7'><a href="http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/592983/index.do" target="_blank">Die Presse.com: &#8220;Jeder zweite Deutsche gegen Entlassung von Sarrazin&#8221;</a> <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-472-7'>&#8617;</a></span></li>
</ol>
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		<title>Umstritten: Die Direktwahl des Bundespräsidenten</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Jul 2010 19:51:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dauernörgler</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Joachim Gauck, Kandidat bei der 14. Wahl zum Bundespräsidenten am 30. Juni diesen Jahres, war und ist das Staatsoberhaupt der Herzen. In einem spannenden Wahlkampf, der offiziell natürlich keiner war, präsentierte er sich mit geschliffenen Reden und profilierte sich einmal mehr als Kämpfer für Demokratie und Freiheit. Doch letztlich sorgten die Mehrheitsverhältnisse in der Bundesversammlung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Joachim Gauck, Kandidat bei der 14. Wahl zum Bundespräsidenten am 30. Juni diesen Jahres, war und ist das Staatsoberhaupt der Herzen. In einem spannenden Wahlkampf, der offiziell natürlich keiner war, präsentierte er sich mit geschliffenen Reden und profilierte sich einmal mehr als Kämpfer für Demokratie und Freiheit. Doch letztlich sorgten die Mehrheitsverhältnisse in der Bundesversammlung dafür, dass sich sein Widersacher Christian Wulff im erst dritten Wahlgang durchsetzte. Der Großteil der deutschen Nation war enttäuscht und fühlte sich wieder einmal machtlos &#8220;den Politikern&#8221; gegenüber. &#8220;Die tun ja doch was sie wollen!&#8221; oder &#8220;Die mit ihrem Geschachere!&#8221; war sehr oft zu hören. Mit diesen Stimmen wurde wieder einmal die verführerisch klingende Idee wach, den Bundespräsidenten direkt vom Volk wählen zu lassen. So könnte der &#8220;kleine Bürger&#8221; unmittelbar in das politische Geschehen eingreifen, den Kandidaten wählen, von dem man sich am besten vertreten fühlt und der aller Voraussicht nach den &#8220;Großkopferten&#8221; der politischen Klasse einen Denkzettel verpasst indem er unbequeme Wahrheiten ausspricht und die Regierenden ordentlich rügt.</p>
<p>Was so schön und einfach klingt, ist in Wirklichkeit eine sehr gefährliche Sache. Man muss die Vor- und Nachteile einer Direktwahl sehr ausführlich beleuchten und den Ansatz bis zu Ende denken. Allem voran muss man fragen, welche Vorteile eine Direktwahl brächte. Laut Grundgesetz verfügt der Bundespräsident nur über wenige Befugnisse, die zudem überwiegend repräsentativ sind. Ohne die Initiative anderer soll und kann er kaum tätig werden. Somit hat er kaum Einfluss auf die Regierungsgeschäfte und er ist auch nicht Oberbefehlshaber der deutschen Streitkräfte. Wie also sollte der Bundespräsident seinen &#8220;Vorzug&#8221;, vom Volk gewählt zu sein, ausspielen und in die Waagschale werfen? Allenfalls im Wort könnte er mahnend den Zeigefinger heben, was jedoch nur symbolischen Charakter hat. Interessiert sich die Bundesregierung nicht für das kritisierende Wort, so bleibt dies verfassungsrechtlich ohne Folgen. <span id="more-400"></span></p>
<p>Um eine Direktwahl überhaupt zu rechtfertigen, müsste man das Staatsoberhaupt mit deutlich mehr Rechten ausstatten. Nur so erhielte es den notwendigen Einfluss, um dem Votum des Wählers gerecht zu werden. Wie gefährlich das wäre, zeigt ein Blick in die Geschichte: Reichspräsident von Hindenburg nutzte gegen Ende der Weimarer Replublik eben jene Rechte, um ein unheilvolles Kapitel Deutschlands aufzuschlagen. Deshalb besonnen sich die Väter unserer Verfassung darauf, das Staatsoberhaupt in ein ausgewogenes System von Verfassungsorganen einzubetten. Bundestag, Bundesrat, Bundesregierung und Bundesverfassungsgericht sind seine ebenbürtigen Begleiter, die dafür sorgen sollen, dass nirgendwo unkontrollierte Macht konzentriert werden kann. Verfassungsrechtler nennen das &#8220;Gewaltenteilung&#8221;. Das Einräumen von weiteren Privilegien und Befugnissen würde den Bundespräsidenten ungleich aufwerten und das komplizierte Zusammenspiel innerhalb dieses Gefüges ins Wanken bringen. Die Wahl durch die Bürgerinnen und Bürger würden das Amt weiter aufwerten und ihm noch mehr Macht zukommen lassen. Parallel zur Bundesregierung und zum Bundeskanzler würde eine weitere Art von &#8220;gewählter Regierung&#8221; entstehen, die mit den eigentlichen gestalterischen Mächten im Lande konkurrieren würde. Nicht nur der vermeintliche Missbrauch dieser Konstellation birgt Gefahr in sich, sondern vor allem auch die Blockadepotentiale, die daraus entstehen. Schon heute erlebt man sehr häufig die Nachteile von sich konkurrierenden Institutionen: Je nach politischem Mehrheitsverhältnis im Lande werden hier und da vom Bundestag verabschiedete Gesetze vom Bundesrat blockiert. De facto muss hier in zwei hintereinander geschalteten Parlamenten für eine entsprechende Mehrheit gesorgt werden. Im Extremfall kann dies zur vollkommenen Reformbremse werden.</p>
<p>Insofern scheint die ganze Debatte um eine Direktwahl des Bundespräsidenten einem großen Missverständnis zu unterliegen. Auch wenn die Bezeichnung &#8220;Staatsoberhaupt&#8221; den Eindruck vermittelt, als ob dieses allem vorsteht, so ist dies im Falle des Bundespräsidenten schlichtweg falsch. Er wird als das vereinende Verfassungsorgan verstanden, das Deutschland nach innen und außen überparteilich repräsentiert. Deshalb muss er alle politischen und gesellschaftlichen Strömungen gleichermaßen aufnehmen und vertreten. Wo große Diskrepanzen bestehen, kann er Brücken bauen indem er die gesellschaftliche Diskussion entfacht oder diese in eine neue, andere Richtung lenkt. Wer vom Präsidenten unseres Landes direkte, machtvolle Einflussnahme erwartet, der hat ein grundlegend falsches Verständnis von diesem Amt. In Deutschland haben wir eine repräsentative Demokratie. &#8220;Die plebiszitäre Wahl des Bundespräsidenten würde eine Politisierung des  Amtes des Bundespräsidenten bringen und zugleich den  Anti-Parteieneffekt fördern. Die Gefahr wäre, dass wir uns von der  repräsentativen Demokratie abwenden und dass die Verantwortlichkeit nach  oben, auf das vermeintlich überparteiliche Staatsoberhaupt, abgeschoben  wird.&#8221; sagt der Historiker Heinrich August Winkler. Und weiter: &#8220;In der Tat würde die Direktwahl des Bundespräsidenten eine Dynamik auslösen, die sich gegen die repräsentative Demokratie richtet. Und das wäre fatal. Am Ende würde durch eine Machtverschiebung innerhalb der Exekutive die Verfassungsarchitektur von 1949 aufgegeben werden.&#8221;<sup class='footnote'><a href='#fn-400-1' id='fnref-400-1'>1</a></sup></p>
<p>Häufig wird ins Ausland geschielt, um eine Wahl des Bundespräsidenten durch die Bevölkerung zu rechtfertigen. Paradebeispiel ist hier zweifelsohne Österreich, auch deshalb, weil sich die Aufgaben und Befugnisse des Staatsoberhaupts denen des unsrigen zu gleichen scheinen. Dort hat die Direktwahl auch eine lange Tradition. Jedoch hinkt der Vergleich! Das alpenländische Staatsoberhaupt ist in seinem Tun weit unabhängiger als sein deutsches Pendant. Es ist über die Jahrzehnte aber zu einem ungeschriebenen Gesetz geworden, dass de facto eben keinerlei Einmischung in das operative Politikgeschäft stattfindet. Der österreichische Bundespräsident übt sich im &#8220;Rollenverzicht&#8221;. Insofern unterscheidet sich das Machtgefüge zwischen den beiden Ländern kaum. Im Jahre 1992 versuchte ein österreichischer Bundespräsident namens Thomas Klestil deutlich mehr Einfluss zu nehmen und so das Amt aufzuwerten. Dabei scheiterte er jedoch kläglich am heftigen Widerstand der Exekutive und auch weil die weidliche Ausnutzung seiner Kompetenzen gerade in der Außenpolitik unpraktikabel war.<sup class='footnote'><a href='#fn-400-2' id='fnref-400-2'>2</a></sup></p>
<p>Auch wenn im Falle von Joachim Gauck der idealere Kandidat das Nachsehen zu haben scheint, so müssen sich die Bürgerinnen und Bürger doch daran gewöhnen, dass der Bundespräsident ein Vertreter der gesamten demokratischen und gesellschaftlichen Systems Deutschlands darstellt. Die politischen Machtverhältnisse im richtungsgebenden Parlament, dem Bundestag, wurden vom Volk durch Wahlen festgelegt, weswegen er insofern sehr wohl auch die Interessen des &#8220;kleinen Mannes&#8221; vertritt, ohne direkt von ihm gewählt zu werden. Wer sich nun über die dramatische Bundespräsidentenwahl aufregt und eine Direktwahl fordert, der sollte sich fragen, ob er seine bereits bestehenden Möglichkeiten der politischen Einflussnahme in der Vergangenheit genutzt hat. Die Beteiligung bei den letzten Bundestagswahlen sprechen für sich. Gerade wer politikverdrossen ist, sollte das Feld nicht denen kampflos überlassen, die für den ganzen Frust und die Unzufriedenheit verantwortlich sind. Keine Stimme <strong>ist</strong> letztlich doch eine Stimme! Je weniger Menschen zur Wahl gehen, umso gewichtiger werden die Stimmen derer, die gehen. Direkte Demokratie sollte und muss sehr wohl deutlich gefördert und durchgesetzt werden. Die Verfassung bietet hier sogar die Möglichkeit in Einzelentscheidungen &#8211; also nicht nur durch Wahlen, sondern auch durch &#8220;Abstimmungen&#8221; &#8211; des Volkes Meinung direkt einfließen zu lassen. Warum dies bis dato nicht erfolgt, ist eine Frage für deren Antwort sich zu kämpfen lohnt (siehe <a href="http://www.mehr-demokratie.de" target="_blank">&#8220;Mehr Demokratie e. V.&#8221;</a>). Es gibt viel zu diskutieren und vieles, wofür sich zu kämpfen lohnt. Dass man nun ausgerechnet aus gegebenem Anlass und purem Aktionismus beim Amt des Bundespräsidenten beginnen möchte ist angesichts der hier vorgebrachten Fakten purer Irrsinn.</p>
<div class='footnotes'>
<div class='footnotedivider'></div>
<ol>
<li id='fn-400-1'><a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,490593,00.html" target="_blank">Spiegel Online: &#8220;Eine deutsche Versuchung, der wir nicht stattgeben sollten&#8221;</a> <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-400-1'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-400-2'><a href="http://www.focus.de/politik/deutschland/bundespraesident/tid-18860/bundespraesident-vorbild-oesterreich_aid_524831.html" target="_blank">FOCUS Online: &#8220;Staatsoberhaupt &#8211; Vorbild Österreich?&#8221;</a> <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-400-2'>&#8617;</a></span></li>
</ol>
</div>
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		<item>
		<title>Die Wahl der Qual: Warum es zu keiner Zeit um Wulff ging</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Jul 2010 13:54:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dauernörgler</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Wahl ist gelaufen. In der längsten Bundesversammlung in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland wurde gestern Christian Wulff erst im dritten Wahlgang zum zehnten Bundespräsidenten gewählt. Damit hat er sich gegen den in der Bevölkerung sehr beliebten Joachim Gauck durchgesetzt, weswegen nun sehr viele der Meinung sind, der Falsche sei in das höchste Amt des Staates gewählt worden. Wulffs kurze Rede nach seiner Wahl untermauerte diesen Eindruck. Mit allseits bekanntem, verbalen Politikerplastikmüll versuchte er krampfhaft präsidial zu wirken.<sup class='footnote'><a href='#fn-364-1' id='fnref-364-1'>1</a></sup> Stattdessen kam er (wie immer) steif und unnahrbar rüber. So war es kaum verwunderlich, dass Joachim Gauck mit einer kurzen Stellungnahme vor der Presse dem frisch gewählten Präsidenten mehr oder weniger die Schau stahl.<sup class='footnote'><a href='#fn-364-2' id='fnref-364-2'>2</a></sup> In perfekt gebauten Sätzen, die so eingägig waren wie Luft zum Atmen, forderte er all seine Anhänger auf, weiter an die Demokratie und dieses Land zu glauben und sich eben nicht von der politischen Diskussion abzuwenden. Leider scheint sich abzuzeichnen, dass dies ein frommer Wunsch ist. Immerhin geschahen unter der Reichtagskuppel gestern merkwürdige Dinge und derer gleich zwei!</p>
<ol>
<li>Aus allen politischen Lagern wird den Linken vorgeworfen, sie hätten mit ihrer Verweigerungshaltung Christian Wulff ins Amt des Bundespräsidenten gehievt. Es wäre richtig und opportun gewesen, wenn sie sich im letzten Wahlgang für Joachim Gauck entschieden hätten. Damit wäre der Beweis erbracht, dass sie entgegen vieler Meinungen eben doch eine rein demokratische Partei seien, die die DDR-Vergangenheit endgültig hinter sich gelassen hätte. Diese Argumentation klingt zwar für alle Gauck-Anhänger logisch, doch ist sie wenig hilfreich. Schließlich konnten sich die Linken nach eigenen Angaben ausdrücklich nicht mit verschiedenen Aussagen Gaucks anfreunden. Es gab also offenbar inhaltliche Differenzen, die eine Wahl Gaucks aus Überzeugung verwehrten (Afghanistan, Hartz IV usw.). Das muss man respektieren, wenn man eine freie Wahl fordert. Etwas ganz anderes bewies am gestrigen Tag aber, dass diese Partei dann eben doch noch lange nicht in der Demokratie angekommen ist. In den ersten beiden Wahlgängen wurde geschlossen die Kandidatin der Linkspartei Jochimsen gewählt. Dies könnte durchaus dadurch begründet sein, dass diese Person als die geeignetste angesehen wurde. Befremdlich ist aber die Tatsache, dass sich nach deren Rückzug vor dem dritten Wahlgang, die Delegierten der Linken ins stille Kämmerlein zurückzogen, um sich abzustimmen. Noch befremdlicher war die anschließende Aussage Gregor Gysis, man hätte die Wahl jetzt freigegeben. Im Umkehrschluss bedeutet das: Die linken Stimmen der ersten beiden Wahlgänge waren unfrei und abgesprochen, ebenso wie die nahezu geschlossene Enthaltung im dritten! Genau das verbietet das Grundgesetz ausdrücklich: Die Wahl zum Bundespräsidenten soll ohne Aussprache und geheim vonstatten gehen! <span id="more-364"></span></li>
<li>Nach dieser zögerlichen Wahl ist von vielen Seiten die Rede davon, dass die Bundeskanzlerin abgestraft worden sei. Die ersten beiden Wahlgänge seien ein Schlag ins Gesicht für die schwarz-gelbe Regierungskoalition. Dass dieser Eindruck nicht ganz falsch zu sein scheint, beweist die Tatsache, dass Christian Wulff im dritten Wahlgang urplötzlich die absolute Mehrheit erreichte, während er in den beiden zuvor weit davon entfernt blieb. Durch einen plötzlichen Gesinnungswechsel lässt sich das kaum erklären. Wer Joachim Gauck als den besseren Präsidenten empfindet, der hätte dies dem Gewissen und somit der Verfassung nach auch im dritten Wahlgang kundtun müssen. Hier wurde also die Wahl zum Staatsoberhaupt dazu missbraucht, der Bundesregierung einen Denkzettel zu verpassen. Das ist sehr bedenklich und ganz sicher nicht im Sinne unseres Grundgesetztes. Noch erstaunlicher ist die Tatsache, dass CDU/CSU sich zu ähnlichen Gesprächen zurückzog, wie es die Linken auch taten. Unverblümt wird von konservativen Wahlmännern und -frauen berichtet, Frau Merkel und vor allem Herr Koch hätten klargemacht, welche Folgen es hätte, wenn Christian Wulff nicht gewählt würde. Das ist nicht nur eine klare Richtungsvorgabe in Form einer indirekten Drohung, die sich in einer &#8220;freien&#8221; Wahl nicht geziemt, sondern es ist vor allem auch der Beweis dafür, dass ganz klar eine Verquickung zwischen der Wahl zum Bundespräsidenten und dem Schicksal der Bundesregierung bestand.Selbst wenn die Stimmen der schwarz-gelben Wahlmänner und -frauen wirklich frei waren und keine parteipolitischen Hintergründe eine Rolle spielten, ist dieses Ergebnis ein Armutszeugnis für die Kanzlerin. Ihr fehlender politischer Instinkt ließ sie einen Kandidaten auswählen, den ein erstaunlich großer Teil ihrer vermeintlichen Gefolgschaft &#8211; zumindest zwei Wahlgänge lang &#8211; nicht mitragen wollte. Frau Merkel sollte sich fragen, ob ihre einsamen Entscheidungen und ihr stoisches Festhalten an der &#8220;Aussitzstrategie&#8221; das Richtige für die Regierung und unser Land ist. Diese Bundespräsidentenwahl war letztlich wieder nur ein Dämpfer für das &#8220;gemeine Fußvolk&#8221;, das nun wieder kopfschüttelnd diesem Wahlergebnis gegenübersteht.</li>
</ol>
<p>Vieles hat also eine Rolle gespielt, nur nicht die Frage, wer der bessere Präsident für unser Land ist. Und so haben wir nun also &#8211; wenn man aktuellen Umfagen glauben darf &#8211; aus Sicht von drei Vierteln unserer Gesellschaft den falschen Bundespräsidenten. Die Enttäuschung ist entsprechend groß. Man sollte sich aber vor Augen halten, dass der Beliebtheitsgrad eines Bundespräsidentschaftskandidaten innerhalb der Bevölkerung von den Vätern unserer Verfassung offenbar nicht als das Maß der Dinge gesehen wurde. Ansonsten wäre eine direkte Wahl des Staatsoberhauptes durch das Volk verankert worden. Dies ist angesichts der sehr fein ausgewogenen Machtverhältnisse innerhalb des Staates ganz bewußt nicht vorgesehen und wohl auch nicht ratsam. Insofern ging und geht der Hype ein wenig in die falsche Richtung. Joachim Gaucks Kandidatur war dann aber doch sehr viel mehr, als nur ein &#8220;Hype&#8221;. Sie hat die Menschen zurück geführt in die politische Debatte und hat die Massen bewegt und begeistert. Wer hätte das vor wenigen Wochen für möglich gehalten? Es bleibt der Trost, dass im letzten Wahlgang auch die Stimmen der Linkspartei keinerlei Einfluss auf den Ausgang mehr gehabt hätten. Dafür zeigten sich die schwarz-gelben Reihen dann doch zu geschlossen.</p>
<p>Christian Wulff wird ein Präsident aller Deutschen werden &#8211; früher oder später. Bei all seinen Vorgängern war das so und das sollte auch so sein. Das bedeutet nicht, dass alles was er äußert oder tut (oder eben nicht äußert oder nicht tut) richtig und im Sinne aller Deutschen ist. Man sollte hier ebenso kritisch sein wie bei Horst Köhler, der von der politischen Klasse für seine direkten Aussagen und Rügen oftmals hart angegangen wurde. Diesmal ist es Sache der Bevölkerung dem eigentlich weniger geliebten Präsidenten auf die Finger zu schauen und sich klar zu äußern, falls er in die falsche Richtung irrt. Es wäre ein falsches, ja sogar ein fatales Signal, wenn sich nun all jene, die sich mehr oder weniger großen Bewegungen angeschlossen haben, trotzig abwenden würden und die Stimme verhallen ließen. Die Kanäle und Medien, die die Gauck&#8217;sche Bewegung nutzte, können und sollten nun genutzt werden, um weiterhin aktive Demokratie zu leben. Dann hätte Joachim Gauck in den nur vier Wochen seiner Kandidatur etwas erreicht, das der neue Bundespräsident erst einmal vollbringen muss: Er hätte die politische Kultur innerhalb der &#8220;gewöhnlichen&#8221; Bevölkerung nachhaltig verändert.</p>
<div class='footnotes'>
<div class='footnotedivider'></div>
<ol>
<li id='fn-364-1'><a href="http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/2543856_0_9223_-christian-wulff-die-rede-im-wortlaut.html" target="_blank">Stuttgarter Zeitung: &#8220;Die Rede im Wortlaut&#8221;</a> <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-364-1'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-364-2'><a href="http://www.youtube.com/watch?v=DdqORtjqw9o" rel="shadowbox[sbpost-364];player=swf;width=640;height=385;" target="_blank">YouTube: &#8220;Interview nach der Wahl des Bundespräsidenten&#8221;</a> <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-364-2'>&#8617;</a></span></li>
</ol>
</div>
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		<title>Wulffs Hintertür bei der Bundespräsidentenwahl</title>
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		<pubDate>Tue, 29 Jun 2010 15:42:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dauernörgler</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland regelt in Artikel 55, dass der Bundespräsident keiner Regierung angehören darf.1 Für den Kandidaten Christian Wulff heißt das: Will er zum Bundespräsidenten gewählt werden können, müsste er nicht nur vor der Wahl am morgigen Mittwoch von seinem Amt als Ministerpräsident von Niedersachsen zurücktreten, sondern hätte sich auch längst schon um [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland regelt in Artikel 55, dass der Bundespräsident keiner Regierung angehören darf.<sup class='footnote'><a href='#fn-352-1' id='fnref-352-1'>1</a></sup> Für den Kandidaten Christian Wulff heißt das: Will er zum Bundespräsidenten gewählt werden können, müsste er nicht nur <strong>vor</strong> der Wahl am morgigen Mittwoch von seinem Amt als Ministerpräsident von Niedersachsen zurücktreten, sondern hätte sich auch längst schon um seine dortige Nachfolge kümmern müssen. Die Landesverfassung sieht nämlich widerrum vor, dass zurückgetretene Mitglieder der dortigen Regierung geschäftsführend im Amt bleiben, bis die Nachfolger diese übernehmen. Pro forma bedeutet das: Christian Wulff ist es derzeit nicht möglich, die Wahl zum Bundespräsidenten anzunehmen. Dies wäre ein klarer Verfassungsbruch.</p>
<p>Wie sicher sich Herr Wulff seiner Wahl zu sein scheint, zeigt eine geplante Option um der oben genannten Zwickmühle zu entkommen.<sup class='footnote'><a href='#fn-352-2' id='fnref-352-2'>2</a></sup> Weil er im Falle einer Niederlage Ministerpräsident in Niedersachsen bleiben möchte, wird er wohl in dieser Funktion auch an der Bundesversammlung teilnehmen. Für den Fall, dass er gewählt wird, möchte er sich kurz vor Verkündigung des Ergebnisses in einem Hinterzimmer zurückziehen, wo er über ein vorbereitetes Dokument dem stellvertretenden Ministerpräsident Jörg  Bode von der FDP die kommissarischen Amtsgeschäfte überträgt und er schließlich von seinem Amt zurücktritt. Anschließend tritt er wieder vor die Delegierten und lässt sich fragen, ob er die Wahl annimmt.</p>
<p>Es ist schon erstaunlich, zu welchen Taschenspielertricks jemand bereit ist, der das höchste Amt im Staate anstrebt. Nicht nur, dass Wulff durch diese Taktierereien den Eindruck erweckt, als glaube er selbst noch nicht an seinen Sieg. Viel schlimmer ist der bittere Beigeschmack, der dieser Vorgehensweise anhaftet. Man stellt sich unweigerlich die Frage, ob dieser Mann dem angestrebten Amt den nötigen Respekt zollt oder ob es für ihn nur eine mögliche Option ist. Er setzt ganz offensichtlich eben nicht alles auf diese eine Karte, sondern hält sich bewußt das warme Nest über eine Hintertür offen, die zwar nicht rechtsbeugend aber in jedem Falle moralisch verwerflich sein dürfte. Dieses Grundverständnis von Demokratie spricht dafür, dass er eben nicht für das Amt des Staatsoberhaupts geeignet ist.</p>
<div class='footnotes'>
<div class='footnotedivider'></div>
<ol>
<li id='fn-352-1'><a href="http://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_55.html" target="_blank">Grundgesetz: Artikel 55</a> <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-352-1'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-352-2'><a href="http://www.hna.de/nachrichten/politik/amtsuebernahme-hinterzimmer-huerden-wulff-wahl-815326.html" target="_blank">HNA.de: &#8220;Wulff will Stuhl in Niedersachsen nicht räumen &#8211; Amtsübernahme im Hinterzimmer?</a>&#8221; <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-352-2'>&#8617;</a></span></li>
</ol>
</div>
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		<title>Die CSU und das lästige Fußvolk</title>
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		<pubDate>Tue, 29 Jun 2010 09:17:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dauernörgler</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Wahl zum Bundespräsidenten steht vor der Tür und mehr denn je scheint sie auch dadurch entschieden zu werden, wie stark sich die einzelnen Delegierten ihrem Fraktionszwang unterwerfen. Angesichts dieser Tatsache war und ist es überaus wichtig, den Wahlmännern und -frauen der Bundesversammlung klarzumachen, worauf sie einzig und allein zu hören haben: Auf ihr Gewissen! [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Wahl zum Bundespräsidenten steht vor der Tür und mehr denn je scheint sie auch dadurch entschieden zu werden, wie stark sich die einzelnen Delegierten ihrem Fraktionszwang unterwerfen. Angesichts dieser Tatsache war und ist es überaus wichtig, den Wahlmännern und -frauen der Bundesversammlung klarzumachen, worauf sie einzig und allein zu hören haben: Auf ihr Gewissen! Deshalb habe ich in den letzten Tagen Mails an alle mir bekannten Mitglieder der 14. Bundesversammlung versandt (siehe <a href="http://www.dauernoergler.de/2010/06/25/waehlt-den-praesidenten-des-volkes/">hier</a>). Die Antworten waren und sind informativ, belehrend, ignorant, entgegenkommend&#8230; Über <a href="http://www.dauernoergler.de/2010/06/28/die-volkesnaehe-der-hamburger-cdu/">eine davon</a> wurde auch schon berichtet. In Kürze wird es hierzu an dieser Stelle sicher noch einen ausführlicheren Querschnitt geben.</p>
<p>Die Antwort von Herrn Thomas Goppel, CSU-Landtagsabgeordneter in Bayern, ist in gleich mehrerlei Hinsicht herausragend. Folgende rüpelhafte Mail erreichte mich gestern Abend:</p>
<blockquote><p>Sie dürfen sich, sehr geehrter Herr Bedränger (angesichts einer vorgeblich freien Wahl am Mittwoch), getrost darauf verlassen, dass ich meine Entscheidung unabhängig von parteilichen  Vorgaben treffe. Da unterscheide ich mich von den Stimmenjägern anderer politischer Läger. Wer Kandidaten nach dem Muster benennt „Womit ärgere ich die Kontrahenten in diesem Wahlgang am meisten?“ und eindeutig dabei auf einen Bewerber stößt, den diese Gruppe bei eigener Mehrheit niemals ausgesucht hätte, sollte mit Empfehlungen an Dritte vorsichtig sein. Von mir jedenfalls werden Sie keine hören, aber meine korrekte Stimmabgabe registrieren können.</p>
<p>Freundlich<br />
Thomas Goppel.</p></blockquote>
<p>Natürlich verlangte eine solche Reaktion nach einer Gegenreaktion:</p>
<p><span id="more-343"></span></p>
<blockquote><p>Sehr geehrter Herr Goppel,</p>
<p>es mag sein, dass Sie in Bayern in den vergangenen Jahrzehnten einen absolutistischen Politikstil pflegten und wohl teilweise auch noch pflegen &#8211; sofern das in einer für Sie noch ungewohnten Koalitionsregierung möglich ist. Diesem Umstand ist es wohl geschuldet, dass Sie nun &#8211; wie es Ihre rüde und beinahe unverschämte Antwort vermuten lässt &#8211; etwas nervös und panisch werden, angesichts der aktuellen öffentlichen Debatte im &#8220;gemeinen Fußvolk&#8221;. Ich kann Sie aber beruhigen! Ich gehöre keinerlei &#8220;Lager&#8221; an und bin auch kein &#8220;Stimmenjäger&#8221;. Wenn Sie meine Mail aufmerksam gelesen hätten, wäre Ihnen klar, dass ich einfach nur meinen persönlichen Bedenken Ausdruck verliehen habe. Ich habe weder eine Wahlempfehlung ausgesprochen, noch habe ich Sie in irgendeiner Weise beeinflusst. Vor diesem Hintergrund lasse ich mich von Ihnen nicht als &#8220;Bedränger&#8221; titulieren, nur weil ich als &#8220;stinknormaler Bürger&#8221; den Kontakt zu Ihnen suche. Sie sind nicht weniger aber vor allem auch nicht mehr als ein Landtagsabgeordneter und somit ein sogenannter Volksvertreter. Dass Sie ausgerechnet diejenigen so böse angehen (im Fußball würde man von einem Foul sprechen), die Sie vertreten sollten, spricht nicht gerade für Ihr Verständnis von Demokratie. Und wenn Sie irgendjemanden ob der Kandidatenauswahl rügen, dann sollten Sie bei der Bundeskanzlerin anfangen: Mit Ihrer Entscheidung für einen Präsidentschaftskandidaten aus den eigenen Reihen hat Sie jene Angst in der Bevölkerung entfacht, dass es eben nicht um das Amt des Bundespräsidenten geht, sondern um bloße Parteipolitik. Wie kann es sonst möglich sein, dass der eigentliche Wunschkandidat von Frau Merkel, nämlich Joachim Gauck, den Sie vor kurzem noch in den höchsten Tönen lobte, nun plötzlich vom politischen Widersacher ins Rennen geschickt wird? Diese Schieflage und dieses Geschachere verunsichert die Bürger und das hat auch mich verunsichert. Glaubwürdigkeit wurde dadurch jedenfalls nicht hinzugewonnen.</p>
<p>Eben weil ich keinem klassischen politischen Lager zuzuordnen bin, habe ich meine E-Mail auch an Wahlmänner und -frauen aller vertretenen Parteien verschickt. Die meisten haben sich in der Sache offen und fair geäußert und haben versucht mir glaubhaft zu versichern, dass sie für sich persönlich die richtige Wahl treffen werden. Eine solch rüpelhafte Antwort wie von Ihnen habe ich von nirgendwo erhalten. Sie ist dann aber letztlich doch sehr deutlich: Es geht Ihnen letztlich doch nur um bloße Parteipolitik, darum dem Wunsch von Frau Merkel zu entsprechen, darum blind auf den politischen Gegner einzuschlagen und eben nicht darum, den momentan besten Bundespräsidenten für uns alle zu wählen &#8211; ganz gleich wer dies nun tatsächlich ist.</p>
<p>Damit sich die Menschen ein Bild von dieser Situation machen können, werde ich diesen Vorgang auf meinem Internetblog öffentlich machen. Für Ihre Wahl am Mittwoch wünsche ich Ihnen ein deutlich glücklicheres Händchen als bei der Wahl Ihrer Worte mir gegenüber.</p>
<p>Freundliche Grüße</p></blockquote>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Die Volkesnähe der Hamburger CDU</title>
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		<pubDate>Mon, 28 Jun 2010 12:33:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dauernörgler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Innenpolitik]]></category>
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		<description><![CDATA[Ungeachtet meiner persönlichen Überzeugung, wer von den drei Bundespräsidentschaftskandidaten der oder die richtige ist, scheint mir vor allem eines wichtig: Die Wahl muss &#8220;frei&#8221; sein! &#8220;Frei&#8221; im Sinne von &#8220;ohne jedweden Koalitionszwang&#8221;. Das neue Staatsoberhaupt sollte gewählt werden, weil es das Amt am besten ausfüllt und nicht, weil eine momentane, politische Gemengelage dies so verlangt. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ungeachtet meiner persönlichen Überzeugung, wer von den drei Bundespräsidentschaftskandidaten der oder die richtige ist, scheint mir vor allem eines wichtig: Die Wahl muss &#8220;frei&#8221; sein! &#8220;Frei&#8221; im Sinne von &#8220;ohne jedweden Koalitionszwang&#8221;. Das neue Staatsoberhaupt sollte gewählt werden, weil es das Amt am besten ausfüllt und nicht, weil eine momentane, politische Gemengelage dies so verlangt. Aus diesem Grund habe ich heute <a href="http://www.dauernoergler.de/2010/06/25/waehlt-den-praesidenten-des-volkes/">diese Mail</a> unter anderem auch an Herrn Kai Voet van Vormizeele von der Hamburger CDU versandt. Ich staunte nicht schlecht, als ich postwendend folgende, offensichtlich automatisch generierte Antworte bekam:</p>
<blockquote><p>Leider sind zur Zeit einige &#8220;Fans&#8221; bestimmter Kandidaten für das Bundespräsidentenamt der Auffasssung, mit Massen-Mails die Mitglieder der Bundesversammlung in Ihrer Entscheidung beeinflussen zu können. Aus diesem Grunde ist dieser Mailaccount zur Zeit nicht mehr abrufbar.<br />
Sollten Sie zu den Absendern dieser Massenmails gehören, bedaure ich Ihnen mitteilen zu müssen, dass mich der Versand von Massenmails nicht überzeugt, dass Sie individuelle Gründe haben, die Sie mir mitteilen wollen. Wer nicht in der Lage ist, seine eigene Meinung in einem eigenen Text zu formulieren, erweckt bei mir nicht den Eindruck, dass hinreichend plausible Argumente vorliegen.</p>
<p>Mit freundlichem Gruß</p>
<p>Kai Voet van Vormizeele, MdHB</p></blockquote>
<p>Ebenso schnell erfolgte meine Antwort darauf via Kontaktformular auf seiner <a href="http://www.van-vormizeele.de/kontakt.html" target="_blank">Webseite</a>:</p>
<blockquote><p>Sehr geehrter Herr van Vormizeele,</p>
<p>ich hoffe, Sie auf diesem Weg erreichen zu können. Ihre oben genannte E-Mail-Adresse scheint gesperrt worden zu sein, weil Sie sich von &#8220;Massenmails&#8221; belästigt fühlen. Abgesehen davon, dass ich es als sehr erstaunlich empfinde, wie ein Volksvertreter die Augen vor politischen Bewegungen in der Bevölkerung verschließt, ist es bedauerlich, dass man Sie nun offenbar auch dann nicht mehr erreichen kann, wenn man (wie ich) genau das verfasst hat, was Sie fordern: Einen selbst formulierten Text. Ich werde meine ebenfalls eigens formulierten Ansichten zu diesem Thema auch in meinem gut besuchten Blog kundtun, damit sich die Menschen ein Bild davon machen können, wie bürgernah einzelne Mitglieder der Bundesversammlung zu sein scheinen.</p>
<p>Hier nun aber meine ursprüngliche Nachricht: (&#8230;)</p></blockquote>
<p>Es ist kein gutes Zeichen, dass sich (hoffentlich nur einzelne) Delegierte durch bloße Ignoranz weiter vom Volk entfernen. Das lässt den Verdacht aufkommen, dass stoisch eine vorgefertigte, fraktionsbedingte Meinung vertreten wird. Eine solche Haltung verhindert jede Chance von außen neue Anregungen zu erhalten, die vielleicht sogar die eigene Meinung umstimmen oder zumindest neu beleuchten könnten. Die Blockade der direkten Kontaktaufnahme zu einem Politiker sendet das fatale Signal aus: &#8220;Ich weiß, was gut für Euch ist! Ich brauche Eure Meinung nicht!&#8221; Es scheint symptomatisch für die gesamte CDU zu sein, die Augen vor Tatsachen zu verschließen und weiterzumachen, als hätte man Scheuklappen aufgezogen. Anders lässt sich auch das jüngst verabschiedete Sparpaket nicht erklären.</p>
<p>Bleibt zu hoffen, dass Herr van Vormizeele ein trauriger Einzelfall ist und letztlich die Bundespräsidentenwahl wirklich frei, ausgewogen und weltoffen stattfindet. Ansonsten wird sich die politische Klasse immer weiter vom Souverän unseres Staates, dem &#8220;kleinen Bürger&#8221; entfernen.</p>
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		<title>Wählt den Präsidenten des Volkes</title>
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		<pubDate>Fri, 25 Jun 2010 12:38:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dauernörgler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Innenpolitik]]></category>
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		<category><![CDATA[Wahlmänner]]></category>

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		<description><![CDATA[Am 30. Juni 2010 findet in Berlin die 14. Bundesversammlung statt. Ihr Ziel ist es Horst Köhlers Nachfolger im Amt des Bundespräsidenten zu wählen. Wie schon lange nicht mehr bringen sich die Bürgerinnen und Bürger unseres Landes in Unterstützergruppen und Initiativen ein. Sie diskutieren und versuchen, Andersdenkende zu überzeugen. Es ist ein gutes Zeichen, dass [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am 30. Juni 2010 findet in Berlin die 14. Bundesversammlung statt. Ihr Ziel ist es Horst Köhlers Nachfolger im Amt des Bundespräsidenten zu wählen. Wie schon lange nicht mehr bringen sich die Bürgerinnen und Bürger unseres Landes in Unterstützergruppen und Initiativen ein. Sie diskutieren und versuchen, Andersdenkende zu überzeugen. Es ist ein gutes Zeichen, dass ausgerechnet die Wahl unseres Staatsoberhaupts eine solch rege Beteiligung an gelebter Politik hervorbringt.</p>
<p>Vor diesem Hintergrund ist es umso wichtiger, dass die Wahlmänner am 30. Juni ihre freie, unbeeinflusste Stimme abgeben. Es liegt mehr nur als der Verdacht in der Luft, dass parteipolitische Machtansprüche im Spiel sind. Das könnte zum Ergebnis haben, dass letztlich der Wille des Volkes durch alltagspolitische Beweggründe untergraben wird. Das darf nicht sein! Dazu ist das überparteiliche Amt des Bundespräsidenten zu wichtig! Darum ist Zeit zu handeln. Im Zeitalter der digitalen Vernetzung ist die Beteiligung an gelebter Demorkatie einfacher denn je. Darum machen Sie mit! Schicken Sie den Delegierten der Bundesversammlung aus Ihrer Nähe eine Nachricht. Fordern Sie sie auf, frei zu sein in ihrer Wahl. Erinnern Sie sie daran, dass sie hierbei die Interessen der Bürger zum Maß aller Dinge zu machen haben.</p>
<p>Und darum: Gehen Sie auf <a href="http://www.avaaz.org/de/wahl_freigeben/?vl" target="_blank">diese Seite der Organisation Avaaz.org</a> und schicken Sie Ihre Nachricht ab.</p>
<p>Sie haben die Möglichkeit einen eigenen Aufruf zu formulieren. Sie können aber auch einen vorgefertigten Text verwenden. Oder aber Sie fügen diesen Appell ein:</p>
<blockquote><p>Sehr geehrte Frau / Herr Wahlmann,</p>
<p>am 30. Juni 2010 wählen Sie den neuen Bundespräsidenten Deutschlands. Ihnen wird damit nicht nur eine große Ehre zuteil, Sie tragen damit auch eine große Verantwortung. Der scheidende Amtsinhaber Horst Köhler genoss bei der Bevölkerung großes Ansehen. Sein Rücktritt rüttelte daher die Menschen auf . Eine seltsame Leere entstand, die es nun wieder auszufüllen gilt. Gerade in schwierigen Zeiten ist es wichtig, ein Staatsoberhaupt zu haben, das sich abhebt und deutlich über den alltagspolitischen Dingen steht. Das haben auch die Bürgerinnen und Bürger erkannt. Wie schon lange nicht mehr formieren sich große Interessengemeinschaften, die Ihre Überzeugung auf Straßen und Plätzen, in Internetcommunties und anderswo kundtun. Nur eine Bundesversammlung, die sich vollständig von parteipolitischen Zwängen löst, kann eine Wahl treffen, die diesen Erwartungen gerecht wird. Nicht umsonst legten die Väter unserer Verfassung eine geheime Wahl ohne vorherige Aussprache fest.<br />
Vor diesem Hintergrund fordere ich Sie eindringlich auf, am 30. Juni 2010 eine Wahl zu treffen, die ausschließlich Ihrem Gewissen folgt. Bitte machen Sie sich frei von jedweden äußeren Zwängen und entscheiden Sie sich für den Kandidaten Ihrer Überzeugung und Ihres Herzens. Es geht um sehr viel mehr, als um bloße Mehrheiten politischer Lager.<br />
Ich hoffe auf Ihre freie Stimme!</p>
<p>Freundliche Grüße<br />
Ihr/e &#8230;</p></blockquote>
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		<title>Warum Wulff wahrhaftig die schlechtere Wahl ist</title>
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		<pubDate>Tue, 22 Jun 2010 11:41:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dauernörgler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Innenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Bellevue]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespräsident]]></category>
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		<description><![CDATA[Seit Horst Köhlers Rücktritt und seit der Nominierung der neuen Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten, tingeln sowohl Christian Wulff als auch Joachim Gauck durch die Lande und Fernsehsender, um sich zu präsentieren. Selten war eine Bundespräsidentenwahl im Vorfeld so gespalten und Aufsehen erregend. Eigentlich geziemt es sich nicht, als Bundespräsidentschaftskandidat Wahlkampf zu machen. Aber, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_319" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://www.dauernoergler.de/wp-content/uploads/2010/06/wulff.jpg" rel="shadowbox[sbpost-307];player=img;" title="Christian Wulff"><img class="size-thumbnail wp-image-319 " title="Christian Wulff" src="http://www.dauernoergler.de/wp-content/uploads/2010/06/wulff-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">© Michael Panse (Flickr)</p></div>
<p>Seit Horst Köhlers Rücktritt und seit der Nominierung der neuen Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten, tingeln sowohl Christian Wulff als auch Joachim Gauck durch die Lande und Fernsehsender, um sich zu präsentieren. Selten war eine Bundespräsidentenwahl im Vorfeld so gespalten und Aufsehen erregend. Eigentlich geziemt es sich nicht, als Bundespräsidentschaftskandidat Wahlkampf zu machen. Aber, was sich gehört und was nicht, scheint in der Ära Merkel niemanden zu interessieren. Allein schon die Nominierung Wulffs als Bundespräsidentschaftskandidat war ein Schlag ins demokratische Gesicht Deutschlands. Wie sehr diese Entscheidung der Kanzlerin von parteitaktischen Gründen getrieben wurde, zeigt die Tatsache, dass der &#8220;Widersacher&#8221; Gauck eigentlich Merkels Lieblingskandidat war. Noch vor kurzem ergoss sie in einer Rede eine wahre Flut des Lobes über Gauck.<sup class='footnote'><a href='#fn-307-1' id='fnref-307-1'>1</a></sup> Da die Regierungschefin und mehr noch die gesamte schwarz-gelbe Koalition aber schwer gebeutelt ist und täglich ums Überleben kämpft, hat sie sich dafür entschieden, einen Politprofi aus den eigenen Reihen zu benennen &#8211; in der Hoffnung, dieser möge sich anders als sein Vorgänger kaum kritisch zu Wort melden.</p>
<p>Wie farblos und nichtssagend Christian Wulff tatsächlich ist, beweist seine jüngste Beschwerde darüber, dass er als Bundespräsidentschaftskandidat in den Medien kaum gehört werde.<sup class='footnote'><a href='#fn-307-2' id='fnref-307-2'>2</a></sup> Da fragt man sich wirklich, auf welchem Planet Herr Wulff bisher gehaust hat. Als Ministerpräsident von Niedersachsen hat er sich nie großartig mit herausragenden Ideen oder übermäßig kritischen Worten hervorgetan. Er gilt als der Landesvater der leisen Töne, der nicht gerne polarisiert. In einem Interview des Sterns sagte Wulff gar, ihm fehle der absolute Wille zur Macht. Er sei kein Alphatier, &#8220;Dafür habe ich mir zu viele Selbstzweifel erhalten.&#8221; so Wulff.<sup class='footnote'><a href='#fn-307-3' id='fnref-307-3'>3</a></sup> Zwar galt und gilt er als parteiinterner Konkurrent zu Merkel, dass er anders als Koch, Rüttgers oder gar Merz diese Ambition aber nie offen ausspielte, spricht nicht gerade dafür, dass er auch in Zukunft der politischen Klasse die Leviten lesen würde. Ein Joachim Gauck lehnte sich einst gegen das SED-Regime auf, riskierte dafür Leib und Leben und kämpfte aktiv für seine politische, demokratische Überzeugung. Warum sollte sich ein solcher Mann also davor scheuen, auch heute im Amt des Bundespräsidenten, die Dinge beim Namen zu nennen? Derartige Kämpfe, eine solche Konsequenz sucht man in  Christian Wulffs Biografie vergebens. <span id="more-307"></span></p>
<p>Der aktuelle Umgang der Medien mit Christian Wulff offenbart sein eigentliches Problem: Er ist keine Respektperson zu der man aufschaut. Er hat keine Vergangenheit, die nahelegt, dass ihn etwas in besonderem Maße geprägt hätte. Sollte dieser Eindruck täuschen, so vermag er es nicht, seine Erfahrungen dem Volke zu vermitteln. Dort wird er nicht umsonst als &#8220;konturlos&#8221; und der &#8220;Lieblings-Schwiergersohn&#8221; bezeichnet,  eben weil von ihm nie Kontroverses zu hören war. Er passte sich stets an. Dabei ist es doch gerade die essentielle Aufgabe des Bundespräsidenten, unangepasst zu sein und den direkten Draht zum Volk nicht nur aufzubauen, sondern vor allem anderen zu pflegen. Das Staatsoberhaupt steht im Sinne der Verfassung über und nicht neben allem. Natürlich gab es immer wieder Bundespräsidenten, die es erst im Laufe ihres Amtes zu Ansehen brachten. Das lag bisher aber ausschließlich daran, dass Leute wie Herzog oder Köhler der Gesellschaft unbekannt waren und sich erst im Amt profilieren mussten. Bei Wulff ist das anders. Man kennt ihn nur zu gut. Er ist ein Mann aus dem Politikalltag und als solcher war er nicht immer unumstritten. So verglich er in einer Talkshow die Managerschelte mit einer &#8220;Progromstimmung&#8221;. Daraufhin wurde er heftig kritisiert und vom Zentralrat der Juden gar zum Rücktritt aufgefordert.<sup class='footnote'><a href='#fn-307-4' id='fnref-307-4'>4</a></sup> All das haben die Menschen nicht vergessen und intuitiv kommt Stimmung auf gegen einen Mann, der sich nie bewegete und der nie etwas bewegte. Insofern passt er als Bundespräsident dann doch ganz gut zum Berliner Politikgeschehen: Es passiert nichts, zumindest nichts, was Hand und Fuß hätte.</p>
<div class='footnotes'>
<div class='footnotedivider'></div>
<ol>
<li id='fn-307-1'><a href="http://www.unpolitik.de/2010/06/05/merkel-ueber-gauck/" target="_blank">UnPolitik.de: &#8220;Merkel über Gauck&#8221;</a> <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-307-1'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-307-2'><a href="http://www.zeit.de/politik/deutschland/2010-06/wulff-medienschelte" target="_blank">Die Zeit: &#8220;Wulff sieht sich von Medien ignoriert&#8221;</a> <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-307-2'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-307-3'><a href="http://www.stern.de/politik/deutschland/christian-wulff-mir-fehlt-der-unbedingte-machtwille-631242.html" target="_blank">Stern.de: &#8220;Mir fehlt der unbedingte Machtwille&#8221;</a> <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-307-3'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-307-4'><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Christian_Wulff#Pogromvergleich" target="_blank">Wikipedia.de: &#8220;Christian Wulff&#8221;</a> <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-307-4'>&#8617;</a></span></li>
</ol>
</div>
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